Tag Topinambur

Topinambur – Aspekt: Geflasht, aber aber

Die Frankfurter präsentierten eine Jugend ohne Gegner, ohne ein gemeinsames Ziel. Jugendliche, die sich nicht miteinander solidarisieren, keine Kraft haben und sich nicht abgrenzen. Jugendliche, die von Facebook, Apple und Coke verballert sind, Wanderpokal und Talkhelden sein wollen, voll Sehnsucht nach Identifikation und Geborgenheit sind, die unbedingt erwachsen sein wollen, müssen, es aber nicht aushalten. „Fick mich, aber bitte zeig mir wie´s geht.“
Alle wollen überdurchschnittlich sein, haben keine Verbindlichkeiten zu erfüllen, sind allein. „Schlaf drüber und rede mit jemandem dem du vertraust. Rede drüber und schlaf mit jemandem dem du vertraust.“
A B E R: Wo ist die Entwicklung? Wo ist eure Entwicklung?

P.S.: Ich liebe durchgestylten
Shit. Aber „Aber“ bleibt aber bleibt aber.

Topinambur – Dance in the Abendsonne

sehen dass das nicht so einfach ist mit dem Großwerden weil es so viel gibt da draußen und vor allem weil die Bilder die es von dem allen gibt ganz schöne Miststücke sind
dass es natürlich Angst macht aufzubrechen weil man sich positionieren muss und entscheiden
was wir leben ist ja ein riesiger Vergnügspark mit Zuckerwatte und Autoscooter aber auch ernsten Achterbahnen und wir können spielen den ganzen Tag aber was wollen wir spielen
- das fand ich gestern Abend gut gezeigt mit superem Text (lieblings: die Königskinder im Central Park) tollen Spieleinfällen einem 1A Chor und vor allem HUMOR geil
hier zeigt sich: man muss nicht 35 Minuten auf der Bühne leiden um zu zeigen dass die Dinge manchmal schwierig sind
in der zweiten Hälfte hätte ich mir ein bisschen weniger Collage gewünscht und vielleicht ein bisschen mehr Abendsonne
ansonsten: willst du Erwachsen werden wähle die 4 yeah!

Topinambur – Messerschnitt durch Raum

Foto: Skarlett Röhner

Foto: Skarlett Röhner

Denke ich an den gestrigen Abend zurück, so blieb mir vor allem die Perspektive auf die Bühne in Erinnerung. Ein Catwalk durchschneidet den Raum, von meiner Seite aus gesehen rechts gibt es noch eine Bühne mit einer Leinwand. Das spannende an dieser Perspektive: Ich betrachte die ganze Zeit auch das Publikum auf der anderen Seite und mir kommt es so vor, als würde ich in einen großen Spiegel schauen und meine eigenen Reaktionen sehen.

Gleichzeitig fühle ich mich getrennt und konfrontiert. Das Stück handelt von Trennung und Konfrontation – Abnabelung vom Elternhaus. Mir scheint es, als nehme das Bühnenbild diesen Schnitt ebenfalls vor.

Publikumsraum ist für mich immer der Raum, in welchem die Emotionen des Zuschauers stattfinden. Wenn ein Schauspieler den Publikumsraum betritt, dann hebt er die Trennung zur Bühne auf und macht es möglich den Zuschauer emotional stärker zu fesseln, weil er in seinen Raum eindringt.

»Tapinambur« gelingt das natürlich nur soweit, als dass es eine Bühne im konventionellen Zuschauerraum etabliert. Von dort aus wird nicht noch zusätzlich in das Publikum gegangen.

Ich denke, die Nutzung des Bühnenraums in »Tapinambur« war mit wesentlich formale Artikulation der Thematik: Neben dem oben erwähnten Schnitt, der die Trennung zum Zusammengewesenen darstellt, war die Bühne auch Catwalk einer Plastikgesellschaft – neue Möglichkeit, einer Jugend, die von Eltern, Therapeuten und Telefonansagen nicht mehr verstanden, wenn überhaupt wahrgenommen wird, sich zu zeigen.

Topinambur – Dein Reich ist eine Tankstelle

Sauberes Spiel. Passende Musik. Super Technik. Super Witze. Einige super Stellen. Der Sinn dahinter? Naja.

Sagen wir mal es ging um das Erwachsenwerden. Sagen wir es ging um die Angst vor einem neuen Lebensabschnitt. Sagen wir es ging um den Medieneinfluss, um Technoschlampen, die Not Gonna Get Us auf Russisch singen, sagen wir es ging um merkwürdige Kindheitsfreunde, um die CIA, attraktive Jungs, Geschlechterkampf, Zukunftschancen, Juso Revolution, Legosteine, kleine Rotzgören, nervige Warteschleifen, die einen dazu agitieren mit jemanden zu schlafen, um paraglidende Therapeuten, um Selbstverletzung, unhöfliche Gäste und nervige Gastgeber und natürlich um gewisse Korbblüter. Und ich so: Häh?

Ich hatte ziemlich schnell begriffen, dass das Ganze weder Handlungsstrang noch Höhepunkt hat. Ich sollte mich in einer der Miniaturen wieder finden, etwas Eigenes und Persönliches sehen, etwas über mich lernen. Ob man das getan hat, darüber lässt sich streiten. Das wird jedermanns eigene Sache sein. Das Konzept ist gut. Es muss nicht immer klassisch zugehen. Doch anstrengend wars trotzdem. Ganz nachvollziehen konnte ich’s nicht, habs auch nicht verstanden. Es gab keinen Höhepunkt und irgendwann wurde es anstrengend, weil man nicht erkennen konnte, wo das Ganze hinführen sollte oder wo man sich gerade befindet. Und wenn eine Szene auf die Nächste trifft ohne Zusammenhang und das 70 Minuten lang, dann wird man leicht ungeduldig.
Schön wars trotzdem. Und lustig. FZ-Redaktion hat fleißig Sprüche mitgeschrieben. Auch die Schauspieler waren auf der Höhe. Es wude viel ausprobiert. Gelacht. Gelabert. Mitgeschrieben. Warum nicht. Dass ich es nicht verstanden hab, liegt an mir. In other words -…

Topinambur – Neulich in the Movie Theater

Foto: Skarlett Röhner

Foto: Skarlett Röhner

Vorher: Herzlich willkommen zur Aufführung von „Charly’s super sweet 18“ dem neusten und coolsten aller Teeniefilme unserer Zeit. Er ist nicht wie die andere. Die Vorstellung ist ausverkauft. 3D-Brillen aufgesetzt und los geht das Erlebnis. Muss schon sagen, das Kino von heute hat ganz schön Fortschritte gemacht, es wirkt alles so real, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Es ist mir, als könnte ich die Erde riechen.

Junge Menschen in weiß, schöne Menschen in weiß. Sandkasten. Garten. Party. Charlotta (Abi mit 1,3, reitet und hat keine reichen, sondern wohlhabende Eltern) will eine Party schmeißen. Charlotta ist aufgeregt – sie wird 18. „Oh Mann, Mama, das darf man nur mit der Hand!“ sagt sie, sucht das mit dem Glitzer und durchsichtig in der Mitte. Das muss gut werden, aber leider ist sie trotz ihrer Mühe anscheinend nicht cool genug. „Wir feiern die neue Unverbindlichkeit“ sagen die Gäste und kommen weder um acht noch bringen sie „gute Laune“ mit, wie Charly auf der Einladung verlangt hat.

Dazwischen: Mensch Charly, das hätte ich dir auch gleich sagen sollen, dass du grade alles andere als cool bist. Ich schmunzele.

Topinambur – Stimmen zum Stück

Geile Show +++ Zu steril +++ Alice im Wunderland auf dem Catwalk +++ ästhetisch +++ Hat mir total super gefallen +++ Wir sind alle das Produkt eines kosmischen Scherzes +++ saugeil +++ Richtig geile Energie und super getimt +++ Tolles Bühnenbild, tolle Bilder überhaupt +++ Anfang und Ende ganz knackig +++ Geniales Stück, beeindruckendes Ensemble +++ Arme reiche Kinder +++ Geile chorische Leistung +++ Toller, pointierter Text +++ Jazz und Manchego +++ Leerer Traum obercooler Sprüche +++ Ich kann leider keine eine Augenbraue hochziehen, wenn ichs könnte, würde ichs machen +++ Stimmig, sie waren schnell, keine Längen +++ Technisch gut +++ Dramaturgische Bonbons über die man gut reden kann, das Kind zum Beispiel +++ Ich will diesen Teppich nicht kaufen +++ Die Jungs waren heiß +++ Sehr erfrischend und mal was anderes von der Bühne her +++ Das Kind war super +++ Der eine Typ war schön +++ Die eine Spielerin hatte bei der Geburt einen Meister-Abnabler +++ Sehr unterhaltsam Punkt +++ Nicht mein Geschmack +++ Ich fand das Glatte gerade gut, weil es die Monotonie der Medien und Massen gezeigt hat +++ Letztlich wurden die Themen nur oberflächlich angeschnitten +++ Chorisches Sprechen eins-a +++ Sehr unübersichtlich +++ Die Handlung hat man nicht sehen können +++