Tag Müssen nur wollen

Müssen nur wollen: Stimmen zum Stück

Total lustig +++ unglaublich geil +++ wunderwunder schön +++ diese Ideen! Die müssen total verrückt sein! +++ die sind 14 bis 17! +++ war jut, war jut! +++ war interessant, mal was mit Sprache zu sehen, wir sind ja Tanztheater +++ sehr kurzweilig +++ harmlos +++ eltern- und aulatauglich +++ hat Spaß gemacht +++ endlich mal wieder richtig schön gesprochen +++ ab und zu war es zu deutlich +++ ordentliche Leistung dafür, dass sie relativ jung sind ++++ putziges Schultheater +++ sie haben sich gewehrt gegen die Nannyschlampe +++ Pädagogen kommen nicht gut weg +++ von wann ist dieses Gesetzbuch? +++ ich fand’s sehr witzig, dem Alter entsprechend +++ hat mich gut unterhalten +++ gegen Anfang hatte ich Angst, dass es nur lustig wird, hat sich aber nicht bestätigt +++ sie haben sehr genau gesagt, was es für Elterntypen gibt. +++ für mich war elterliche Gewalt ein Thema +++ einige der Nebenaussagen hab ich nicht verstanden +++ Pubertät wird so rausgestellt +++ sehr schön, die Elternszenen +++ die Schauspieler haben sehr gut gespielt +++ großes Lob an die Schüler +++ Erde und Schlamm +++ meine Eltern waren nicht so schlimm! +++ emotionslos +++ chorisch war es stark +++ der Funke ist nicht übergesprungen +++ ich hab mich nicht gelangweilt, aber mir hat die Dramaturgie irgendwie gefehlt +++ GEIEEEEL +++ Hut ab! +++ Rabimmel, Rabammel, Rabumm +++ ganz typische Studienratsinszenierung. Im Vergleich zu dem, was wir bisher gesehen haben, eine aufgesetzte Text- und Körpersprache +++ die Schüler haben diese Probleme doch gar nicht, höchstens mal Stress wegen der nächsten Mathearbeit +++ Perfekte Mischung aus eigener Erzählung und Wilhelm Busch +++ Die Angst, die man als Kind vor diesen Geschichten hat, haben sie sehr gut vermittelt +++ Vom Schauspielerischen her war’s eher Auswendiglernen, aber vom Drehbuch her einfach genial +++ Für die Altersstufe bemerkenswerte Sprechtechnik +++ Och nö… +++ also mir hat’s gefallen: klarer, schöner Strang, lustig, witzig – ein ganz nettes Stück +++ tolle, metaphernreiche Bilder, fand ich aber zu kompliziert +++ hätte man mehr rausholen können +++ Das Theater, was ich zwischen der 8. und 10. gemacht hab’, war nicht so toll +++ hat mich nicht berührt +++ gut choreographiert +++ coole Stimmungsbilder +++ WOHOOO! +++ Ich hatte den gleichen Bären und war voll traurig +++ Das mit der Erde war toll +++ schönes Bühnenbild +++ große Schauspieler +++ sexy Reporter +++ sehr aufwühlend +++ schöne Bilder, aber ich hab jetzt nichts Neues gelernt, hab keine neue Ansicht zum Thema bekommen – was aber auch nicht schlimm ist, weil sie das, was sie erzählt haben, mit ’nem interessanten Witz erzählt haben +++ ganz viel Gewusel auf der Bühne +++ ich würd’ auch voll gerne mal in so’ne Tonne steigen +++ Da wird man fast noch ratloser, wenn man alle Ratgeber gelesen hat und das Stück dann sieht. +++ lustig, aber trotzdem todernst +++ Es hat gezeigt, dass wir und auch mal gegen unsere Eltern auflehnen sollten +++ wichtige Wahrheiten dabei, die auch mal ans Tageslicht gebracht werden mussten +++ ich würde mir wünschen, dass die Reproduktion des „gemeinen schwarzen Mannes“ endlich aufhört +++ Das Publikum war gut – es war echt begeistert +++ Ich als Ausländer hab’ da irgendwas verpasst, weil ich nicht die Kultur vom Struwwelpeter und Max und Moritz hab +++ mich hat es geschockt +++ schönes Jugendteil +++ Kritik sehr schön verpackt +++ niedlich, aber auch sehr offen und auf den Punkt gebracht – ein bisschen sehr auf den Punkt gebracht +++ Ich fand das Thema sehr spannend; mir hat manchmal so eine Art Aktualisierung gefehlt und vor allem die subtileren Mechanismen, die heute genutzt werden. +++ war total schön zu sehen, dass wie sie alle dahinterstehen +++

Müssen nur wollen: Mama ist doch nicht die Beste

Das Publikum kommt und alle Spieler sind schon da. Sie liegen auf der Bühne und demonstrieren, wie gut sie zum Stillliegen erzogen worden sind. Ob eher antiautoritär („Mach, was du willst, auch Stilllegen ist erlaubt!“) oder nach der bewährten Haudraufmethode „Still gelegen!“, ist da eher egal.

Neun Kinder im Einheitslook plus eine Gouvernanten-Erziehungsratgeberkonsumentin ganz in weiß ergeben eine Art Kinderheim-Pflegefamilie der unangenehmen Art, mit Appellen, festgelegten Spielzeiten und Erziehungsgesetzbuch. Es kommen die großen Wörter aktueller Erziehungsratgeber vor (Trotzphase, Hyperaktivität, Pubertät), die Spieler leben in einem Kosmos aus Autoreifen, Mülltüten und einem Einkaufswagen, es werden Tic-Tacs als Belohnung ausgegeben und alle sind ganz wild drauf (so wie Kinder, die nie Schokolade dürfen und dann bei Kindergeburtstagen alles aufessen).
Man sieht Kinder, die sich gegenseitig denunzieren und gegen die Respektsperson rebellieren à la „Das dürfen wir nicht!“ – „Ach, scheiß drauf!“ und die Erwachsenenwelt irgendwie, aber nicht richtig verstehen, sie nachahmen und in Stereotype einteilen. Das ist zwar ganz lustig und die Zeit vergeht recht schnell, aber so richtig befriedigt das nicht.

Immer wieder werden Kindergeschichten über den Suppenkaspar, Struwwelpeter und die ganzen an-deren pädagogischen Gesellen, die früher mal zur Abschreckung benutzt wurden, aufgesagt, wahlweise chorisch oder abwechselnd oder ganz einzeln (das dann aber mit Mehl im Gesicht). Warum das passt, ist die Frage, und auch, warum das jetzt sein muss. Es wirkt so, als wäre da einfach eine Collage entstanden, deren Bilder die Geschichten einfach nur untermalen, aber nicht zusammenhängen.
Was noch mehr aus dem Rahmen fällt, sind die bemühten Geschichten, die die Einzelnen dann erzählen. Sind sie wahr oder nicht? Und wie kommen die dahin und warum machen das nicht alle? Warum gerade die, die das machen, und deren Geschichten und unglaubwürdig übertrieben sind, dass man lachen und weinen möchte. Weil sie in diesen Geschichten Requisiten bespielen, die Tic-Tacs noch mal benutzen und ein Mädchen in ei-nem Turm aus Reifen einsperren können (was zugegebenermaßen ziemlich gut aussieht)?
Denn der Müll auf der Bühne wird immer wieder mal bespielt, die Autoreifen taugen außer zum Ein-sperren noch zum Krachmachen und als Kuschel-tierscheiterhaufen. Aber warum sie mit dieser Appell-Familie auf so einer Müllhalde – oder ist es gar ein postpädagogischer Endzeitspielplatz? – leben, erschließt sich nicht.

Am Ende wird dann die Gouvernante eingepflanzt und wie überall gibt es noch Nass und Dreck, vielleicht weil es zum Müllplatz passt, vielleicht, damit man noch das Gedicht „An Anna Blume“ aufsagen kann unter Regenschirmen, um dann die Regenschirme wegzulegen und noch kurze Kindheitserinnerungen (echt? unecht?) zu Tage kommen können. Vielleicht auch, weil man einfach noch ein bisschen Dreck brauchte oder sich die Kinder so erziehungstechnisch an ihrer Autoritätsperson rächen können – die Revolution frisst ihre Kinder, frei nach Freitagabend.

Wahrscheinlich sieht es einfach gut aus, wie so vieles, was diese Produktion an Bildern anbietet, sehr schön anzusehen ist. Aber ein Gefühl übertragen sie nicht.

Müssen nur wollen: Muss nur wollen?

Seit April bin ich zwanzig, und ausgezogen bin ich auch schon seit dem Abitur. Was ich sagen will ist, dass ich wohl kein Kind mehr bin. Manchmal wünsche ich mir, noch oder doch wieder ein Kind zu sein. Keine Stromrechnung, keine Gasrechnung, keine Telefonrechnung, nicht selber einkaufen müssen.

Aber trotzdem ist es noch nicht so lange her, dass ich bekocht und abgeholt und mit Milch mit Honig versorgt wurde, ungefähr zwei Monate ist es her, da hab ich nämlich meine Mama besucht. Meine Mama hat mich lieb. Meine Mama hat mich nicht dressiert. Mein Papa hat mir keinen Struwwelpeter vorgelesen und mich nicht geschlagen und mich nicht ins Wasser getaucht, mich nicht GPS-getrackt, obwohl sie wirklich gern hätten, dass ich öfter anrufe.
Vielleicht passiert sowas ja den Kindern der jetzt 40-Jährigen, Kindern, deren Eltern Mitte der Neunziger angefangen haben mit dem Ratgeber „Jedes Kind kann schlafen lernen“, und dann irgendwann via „Lob der Disziplin“ zu „Warum unsere Kinder Tyrannen sind“. Ich weiß es nicht, aber ich hoffe, Menschen, die fünf Jahre jünger sind als ich, hatten auch eine gute Kindheit.

Gestern auf der Bühne, da standen Teenager, keine Kinder. Trotzdem, ganz tief innen kaputtgemachte Figuren. Zerstört von dieser Gouvernanten-Tagesmutter-Kindergartentante, die Ritalin und Schläge verteilt hat. Menschen, die fast nicht mehr zur Solidarisierung und Gegenwehr fähig waren. Erst am Schluss wird die – physisch und zahlenmäßig von Anfang an unterlegene – Tyrannin eingepflanzt (ganz up-to-date: Erde und Wasser, das hat man jetzt so auf den deutschen Bühnen). Revolte war also doch noch möglich – mit genug Ritalin intus, und nachdem man die Methoden und das System Eltern und Erziehung ausgiebig reflektiert hatte.

Aus der Kollage an Szenen und Bildern, die dieser Erdung vorausgehen, bleiben manche und klingen nach, haben so resonanztechnisch wohl irgendein Vielfaches meiner Eigenfrequenz erwischt. Diese zärtliche Grausamkeit des Knuddelns und Augenausstechens, die Schönheit von fliegendem Wasser im Gegenlicht, die Möglichkeit, einfach wegzufliegen. Das Echo, wenn man den Kopf in den Autoreifen steckt, weil Sand hat es heutzutage keinen mehr auf dem Spielplatz, nur Reifen. Ein interessantes Requisit. Diese Elterntypen. Und: Muss ich wollen, was ich kann und tu ich es nur, weil ich kann? Ich weiß nicht, aber what a question. Und: Ich ge-he mit mei-ner Lah-ter-ne. Party-people in the house say yeah! Yeah.

Trotzdem hat „Müssen nur Wollen“ mich weniger berührt und angesprochen, als man denken könnte. Vielleicht, weil meine Kindheit und auch meine Pubertät schon ganz okay waren (und wenn es mal schrecklich war, dann wegen Mitschülern und Jungs, ich hab mich bei meiner Mama ausgeweint). Vielleicht, weil es eben jetzt vorbei ist.
Nein, mein eigentliches Problem mit dem Stück hat weniger mit dem Inhalt zu tun. Gestört haben mich zwei Dinge. First, für mich fügte sich kein Ganzes. Ich verstand den Einbau dieser kanonischen, allbekannten Texte nicht. Den Struwwelpeter als Anstoß für die einzelnen Elemente dieser szenischen Kollage, dieser einzelnen Nummern, zu verwenden, okay. Aber warum „An Anna Blume“, dieses wundervoll sinnliche Liebesgedicht? Weil die Gouvernante Erde an der Hose und ne Blüte am Kopp hatte? Und der „Erlkönig“. Weil ein Kind vorkommt? Wie fügen sich die einzelnen, so heterogenen Elemente dieser Kollage zu einem Ganzen? Ich weiß nicht. Ich weiß nicht.

Und, second (das klingt jetzt vielleicht oberflächlich, hat mich aber immerzu abgelenkt): das Sprechen. Wörta habn Endungn, und die darf ma nich nur zakaun, ne, aba da wurd zviel gewollt, find ich. Die Spieler haben gelernt zu sprechen, und man hat es sicher auch noch ganz hinten im Saal gehört und verstanden. Ich habe immerzu gedacht, gleich wird das gebrochen, und das hätte mir so gut gefallen, wenn man diese Dressur bewusst hätte ablegen können. Und nicht jeder deutsche Satz hat ein Metrum. Die Verse bei Busch, ja, die rollen. Aber normale Sätze haben nunmal Achter wie Fahrradreifen. Und die sind schön.

Früher gab es in Autoreifen noch Schläuche. Schläuche, die man aufblasen konnte und damit rodeln oder baden. Ich steige in meinen Autoreifenschlauch und fahre den Fluss runter. Und rufe Mama an und sage ihr, dass es mir gut geht.

Müssen nur wollen: X-Treme-Terror beim Schwarzen Mann

Was die Düsseldorfer Schüler der Theatergruppe am Goethe da am Sonntag auf die Bühne gebracht haben, war vor allem eins: ein Alptraum. Die erste Aussage des Stücks: Gewalt durch Familie und Freunde sei an der Tagesordnung. Ist das wirklich so? Die Spieler beweisen es: Da wird getreten, geschlagen, angeschrien, unterdrückt (auch: unter Wasser gedrückt). X-Treme-Terror beim Schwarzen Mann, Kasernenton und Trillerpfeifendrill, und dann diese ständige Ausgabe von kleinen, weißen Kügelchen, die manchmal an Medikamentenverteilung in Gruselirrenanstalten erinnert, manchmal an ein Leckerli-Versteck-Spiel mit dem freundlichen Nachbars-Labrador. So oder so: Gruselig. Gleichgeschaltete Kinder, die in Autoreifen eingekerkert, fürs Spielen bestraft werden. Immer begründet mit Passagen aus einem ominösen Erziehungs-Regelwerk, das irgendwie so gar nicht in das 21. oder wenigstens 20. Jahrhundert passen will.

Und so verhält es sich leider auch mit dem ganzen Stück. Der Zuschauer weiß ja, die Kinder von heute haben mit Konzentrationsschwäche und Leistungsdruck zu kämpfen, ja – aber werden sie wirklich in einem Fort geschlagen und angebrüllt? Es gelingt dem Düsseldorfer Ensemble nicht, die Wilhelm-Busch-Erziehungsgeschichten wirklich auf die eigene Situation zu beziehen, tatsächliche Tendenzen der heutigen Kindererziehung aufzuzeigen oder zu kritisieren. Ihr Stück wirkt eher wie ein entfernter Ruf nach Veränderung aus einer längst vergangenen Zeit – man glaubt ihnen nicht. Weder, dass sie aus einem Umfeld kommen, in dem Gewalt an der Tagesordnung ist, noch dass sie mit ihrer Drei-Eltern-Typen-Einteilung wirklich ihre Elterngeneration verstanden hätten. Schon gar nicht, dass sie ihre Kuscheltiere anzünden würden. Vielleicht wäre das ja auch alles ein bisschen viel verlangt für ein Schülerensemble der Klassenstufe 8-10, aber vielleicht hätte man dann doch eben ein bisschen mehr von sich selbst erzählen sollen. Denn manchmal muss man eben nicht nur einfach wollen. Sondern können.

Müssen nur wollen: Who the fuck is Struwwelpeter?

Liebe Düsseldorfer,

man sagt, man könne Herzen ausschütten. Das funktioniert dann in etwa so: Da ist ein Problem und das nervt total. Und da ist jemand, der sich Probleme gerne anhört und wenn dieser Jemand es könnte, würde er Problemanhörungen an einer Universität studieren. Dann spricht man mit dieser Person und hat hinterher das Gefühl, das Herz sei leichter, das Pochen nun ein sanftes Klopfen, das Flimmern ein fernes Rauschen geworden.

Ich höre so etwas gerne. Das liegt auch meinem großen Herz; dort sammle ich den Schmodder anderer Menschen, leg meinen Haufen drauf und kotz es als Remix in die Welt hinaus.

Das ist im Grunde genommen auch das, was im Theater passiert und ich denke, es ist auch das, was Ihr versucht habt zu tun. Durch Wiederholungen und dezente Veränderungen (Getrude Stein lässt grüßen!*) werden scheinbar repräsentative Aussagen getroffen. Doch: Entgegen Eurer Annahme, alle hätten den Struwwelpeter gelesen, haben eben nicht alle den Struwwelpeter gelesen und nicht alle sind mit Kinderbüchern aufgewachsen. Ich für meinen Teil, ich kenne das alles nicht. Denn in meiner Kindheit war ich mit ganz anderen Dingen beschäftigt, mein Schlachtfeld war ein ganz anderes. Das macht eures nicht weniger spannend; doch sollte es wirklich so aussehen/ausgesehen haben wie gestern Abend auf der Bühne, dann muss ich mich fragen, was für eine beschissene Kindheit ihr wohl hattet/haben müsst.

Ich habe mich in der Redaktionssitzung für diese Kritik gemeldet, weil ich etwas unbedingt ansprechen wollte: Das Sprechen. Das klang bei Euch oftmals wie ein Papagei, dem man eine Schrotflinte an den Kopf hält und ihn zwingt, endlich etwas zu sagen. Oder wie eine Person, die nach jahrelangem Schweigen sich das Sprechen wieder angewöhnen möchte und nun versucht, die Worte überdeutlich auszusprechen. Oder wie jemand, der in Zeitlupe zu Boden fällt, nachdem man ihm/ihr ins Gesicht getreten hat. Ihr seht: Da können wir gemeinsam noch so einige Metaphern finden, um zu beschreiben, wie suboptimal Euer Sprechen für das Transportieren Eurer Aussagen, Eurer Texte gewesen ist.

Lob gebührt Euch für ein paar wirklich schöne Ideen: Die Regenschirm-Szene hatte eine ganz eigene Dynamik, die Reifen wurden sinnvoll eingesetzt (Ihr damit gelärmt, Ihr habt dort reingeschrien, Ihr haben damit eingesperrt) und der Wassertopf war ein vielseitiger Angriffspunkt, auf den Ihr immer wieder zurückgegriffen habt.

Wir fassen also zusammen: Ein unterhaltsamer Abend, mit dessen inhaltlichen Ansätzen ich persönlich nicht viel verbinden konnte und mit der Art des Sprechens noch viel weniger. Aber dafür gab es Guantanamo-Action in der Wasserschüssel – ist doch was!

P.S.: Mama, Mama, ich liebe Dich / Glaub der Welt doch bitte nicht / dass im Sonnen- und Rampenlicht / in sich alles zusammenbricht / nur weil Du einst so streng gerichtet: / „Das Zimmer nicht aufgeräumt – das gehört sich mitnichten!“

* Ich wollte nur mal eine kluge Referenz machen. Ist mir gelungen.

Müssen nur wollen: Stofftiermassaker

In Düsseldorf mögen sie den großen Un-terbachersee, wo man Tretboot fahren kann und der in — Unterbach — liegt.

Auf dem Festival sei das Essen gut, die Stimmung sei sehr sympathisch und es gebe keine Langeweile. Die Workshops seien super und die Umgebung sei wun-derschön.

Außerdem seien sie sehr glücklich über die Möglichkeit sich mit anderen jugendlichen Spielerinnen und Spielern austauschen zu können und ihre Stücke zu sehen.

Als die Spielleiterin erfuhr, dass ihre Grup-pe zum ttj ausgewählt ist, glaubte sie zu allererst gar nicht daran, doch als sie die Situation begriff, sprang sie zum Telefon und rief alle ihre Spieler nacheinander an, um ihnen die frohe Botschaft zu verkündi-gen. „Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin“, riefen sie bei der Probe.

Die zwei Jungs, die mit den acht Mädels spielen behaupten, sie seien durch die Hölle gegangen während der Stückentwick-lung. Doch das stellt sich als Scherz her-aus.

Man merkt der Gruppe sofort an, dass sie wunderbar zusammen passen und es kei-ne Schwierigkeiten gibt bzw. gab.

Die Spielleiterin sagt, was in Düsseldorf passiert, bleibt in Düsseldorf. Doch kleine Details einer gescheiterten Probe haben sie mir verraten:

Es war die erste Probe nach der Wieder-aufnahme des Stückes. In dieser funktio-nierte das Licht und der Ton nicht, die Spieler waren schlecht gelaunt und die Spielleitung im Studienstress. Für das ein-stündige Stück hätten sie drei Stunden gebraucht an diesem Tag. Manche Spieler hatten „komplette Aussetzer“, deshalb sprechen sie auch vom Stofftiermas-saker. Bei einer anderen Probe gab es nur Blut, Tränen und Schweinegrippe, doch die Aufführung war krank geil.
Noch einige Beschreibungssätze für das Stück:

Eine vielleicht etwas schockierende Kritik an den Erziehungsmethoden von heute und gestern.

Extremität der Erziehung in 60 Minuten.

Kranke Scheiße von kranken Kindern.