Tag Festival

Stimmen zum Festival

Alles genial +++ die Stimmung unter den Gruppen war toll +++ ich fand das Essen richtig geil +++ lautere Musik +++ mehr Tanzgruppen +++ vom Essen, bis zum Menschen, bis zu dem Stücken war

bisher alles einfach nur geil +++ geile Stimmung +++ TOLL! +++ ein Hotel näher am Festivalgelände wäre schön +++ viel mehr Sonne, weniger Regen +++ eine Tischtennisplatte +++

Gitarrenspieler und Sänger nicht als Hippies bezeichnen +++ ein Feuerplatz +++ tolle Redaktion +++ AHMMM…. +++ ladet immer so geile Leute ein, wie dieses Jahr +++ macht so geile Workshops

mit so tollen Workshopleitern wie dieses Jahr +++ schafft die Festivalzeitung nicht ab! +++ mehr Sorten an Getränken: Apfelschorle, Cola +++ hat meine Erwartungen weitaus übertroffen +++

super Publikum +++ nach den Vorstellungen mehr Party im Zelt +++ super Diskussionen +++ weg mit den scheiß Chips von diesem Nachgespräch! Die müssen weg! Die müssen verbrannt werden! +++

ich fand das Festival richtig schön +++ schade, dass es schon vorbei ist ++ man bekommt so viele Chancen hier: man wird betanzt, bespielt, bekocht – man kann sich mit jedem unterhalten

ich bin überwältigt von der Leistung hier +++ man könnte direkt nach den Vorstellungen kleine Gesprächsrunden machen und das dann zusammenführen +++ rundum zufrieden +++ jaja / wie

jedes Jahr – hat sich nicht gereimt, aber passt +++ mir hat’s richtig gut gefallen +++ wunderbare Stimmung +++ gute Gespräche +++ hervorragendes Theater +++ gasasgasgaspaaal +++ man

könnte vielleicht die doofe lange Pause zwischen Essen und Stück verkürzen; das Stück vielleicht früher, dann wäre mehr Zeit danach +++ Abends ist besser als Mittags (Essen) +++

Mehr Freibier – ich zahl ja schließlich Steuern +++ die Atmosphäre +++ schade, dass die Workshops nur die ersten paar Tage liefen, weil man dann grade erst angekommen war +++ schade,

dass so viele die Workshops geschwänzt haben +++ fand die Lückenanalyse überflüssig +++ sehr zeitintensiv +++ die Stücke waren das Beste +++ mehr Sachen, an denen alle beteiligt sind,

wären toll +++ die Dinge sollen so geil bleiben, wie sie sind +++ ein Kuschel- bzw. Entspannungsraum wäre klasse +++ einfach Hammer +++ vielen Dank, an alle, die das hier

organisiert haben und die sexy Reporter von der FZ +++ das Beste war, dass die Gruppen sich zur Mitte des Festivals so richtig gut vermischt haben +++ länger ausschlafen wäre auch nicht

schlecht, aber das gehört dazu +++ Ich werde meinen Koffer voller mitnehmen, als ich ihn mitgebracht habe, denn es sind viele Ideen dazugekommen – und die wiegen sehr schwer +++

Bühne ist, wo Du bist – Ein Essay zum Festivalstart

Was eine Bühne ist, das ist schwer zu sagen. Manche meinen, sie sei ein Podest, auf das man sich stellt und das Menschen dann anstarren, in tiefer Faszination oder großem Entsetzen. Andere sagen, eine Bühne sei eine begrenzte Fläche, sie habe ein Publikum, sonst würde sie nicht funktionieren und sie müsse sich in einem Raum befinden, mit Sitzplätzen und Lichtanlagen und Musik. Wieder anderen behaupten, so etwas wie Bühnen würde es nicht geben, nur Plattformen und sie würden damit die Überheblichen zurück auf die Erde holen.

Es gibt aber auch welche, die behaupten, Bühne sei alles, Bühne sei grenzenlos, Bühne sei immer und überall, zeitlos. Für Bühne brauche man keinen Termin, keine Vereinbarungen, müsse nur aufwachen und hinauslaufen, den Dingen hinterjagen. Unter diesen Umständen einigen wir uns doch darauf zu sagen: Bühne ist, wo du bist.

Denn um nichts anderes geht es auch auf dem Theatertreffen der Jugend: Nicht nur die Bühne will bespielt werden, sondern auch das Festivalgelände. Nicht nur die Stücke in der Wabe wollen faszinieren, sondern auch die vielen Gespräche außerhalb. Hier ist die Bühne immer und überall, hier kann gespielt, nur so getan, geträumt werden. Die Möglichkeiten, die wir bekommen, entscheiden darüber, was wir werden. In der Hoffnung, tragend zu sein, buhlen die unterschiedlichsten Dinge um das Vertrauen.

Das ist mit dem Theatertreffen der Jugend nicht anders: Im Rahmen des Festivals werden viele Sachen angeboten, viele Stücke werden angeschaut; sie alle entscheiden darüber, wie wir das ttj wahrnehmen wollen und wie wir sie wahrnehmen werden. Der Erfolg hängt davon ab, wie sehr die Möglichkeiten ausgereizt werden. Die einen werden jede Veranstaltung wahrnehmen, überall dabei sein, andere jedoch werden schweigen, in der Ruhe beobachten, Impressionen aufsaugen und sie dann, wenn überhaupt, später überarbeiten. Auch das ist Teil des ttj-Daseins: Jede Annäherung wird akzeptiert, jeder Umgang respektiert, Kennenlernen durch Austausch.

Was also kann vom Theatertreffen der Jugend erwartet werden? Das ist einfach zu beantworten: Angebote. Alles kann getan, vieles gelassen werden. Alles jedoch wird auf seine Art glücklich machen. Niemand wird gezwungen, die Dinge zu tun, die getan werden können. Aber hat man einmal verstanden, was das ttj bedeutet und wie selten so ein Zusammentreffen ist, dann fällt es gar nicht so schwer – gar nicht so schwer! – immer und überall Bühne zu sehen, immer und überall zu sein.

Spur der Qualität

Foto: Kamilla Maria Smechowski

Foto: Kamilla Maria Smechowski

Jurysprecher Martin Frank über ein erwachseneres Festival, Lehrer-Schüler-WGs, die Arbeit in der Jury und Auswahlkriterien fürs ttj.

Martin, wie lange bist du inzwischen beim ttj in der Jury?
Ich glaub, ’95 war ich das erste Mal dabei. Ich bin nicht ganz sicher. Es ist dieses Plakat, wo der Kopf drauf ist.

Wie hat sich das ttj seitdem in deiner Wahrnehmung verändert?
Es ist mir inzwischen vertrauter. Es ist für mich ein Stück Theaterheimat geworden. Ich meine zu wissen, was es kann, und ich nehme es anders wahr als früher. Ich glaube, ich mute den Gruppen schneller mehr zu. Ich weiß, was für ein Potential und was für eine künstlerische Belastbarkeit sie haben.
Was sich verändert hat, ist, dass der Schuldruck immer mehr aufs Festival wirkt. Pisa spürt man auch hier. Da ist das Abitur, die Lehrpläne verdichten sich, die Lehrer haben weniger Zeit, Theater zu machen. Früher hast du hier Lehrer getroffen, die haben mit ihren Klassen in WGs gewohnt, um Theater zu spielen. Undenkbar heute. Das Verhältnis von Lehrern und ausgebildeten Theaterpädagogen in der freien Szene verschiebt sich. Bei den Lehrern und auch bei den Jugendlichen lässt die Motivation nach. Es ist ein bisschen unsexy, Theater zu machen.
Aber ich will nicht klagen. Das Theater ist auch, wie ich finde, im Ästhetischen viel selbstbewusster geworden. Es laufen heute Produktionen in diesem Wettbewerbsbereich, die wären vor 15 Jahren ganz anders angeeckt. Die ganzen postdramatischen Stoffe zum Beispiel. Früher war das ein richtiger Kampfplatz: Darf man Stücke so zertrümmern im Schultheater? Dieses Festival ist viel erwachsener geworden.