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	<title>Theatertreffen der Jugend &#187; Barbara T. Pohle</title>
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	<description>Das Festival-Blog</description>
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		<title>30 Jahre ttj, 30 Jahre Jugendtheater-Geschichte. Mit Barbara T. Pohle.</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 09:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Frank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara T. Pohle]]></category>
		<category><![CDATA[Danksagung]]></category>

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		<description><![CDATA[Dein Festival, Barbara Sie sitzt auf dem Mäuerchen neben der Treppe zum Festzelt. Gekleidet in Schwarz, die Arme verschränkt, manchmal lässt sie die Beine baumeln. Ihre wachen Augen blinzeln. Nie sitzt sie alleine da. In der Regel ist sie vertieft ins Gespräch mit einem der jugendlichen Gäste oder mit einer ihrer Mitarbeiterinnen. Ab und zu&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dein Festival, Barbara</p>
<p>Sie sitzt auf dem Mäuerchen neben der Treppe zum Festzelt. Gekleidet in Schwarz, die Arme verschränkt, manchmal lässt sie die Beine baumeln. Ihre wachen Augen blinzeln. Nie sitzt sie alleine da. In der Regel ist sie vertieft ins Gespräch mit einem der jugendlichen Gäste oder mit einer ihrer Mitarbeiterinnen. Ab und zu steht sie auf und begrüßt ankommende Gäste. Sie lacht. Ja, meist trifft man sie lachend an und wäre da nicht das unvermeidliche Handyklingeln, würde dieses Lachen wohl über alle Tage andauern. Fordert ein Anruf sie aber in die Leitungs-Rolle, verwandeln sich ihre Züge. Sie sagt, „Pohle?“ – hört zu, entscheidet klar, und verabschiedet sich freundlich. Das Handy verschwindet. Ein neues Lächeln kehrt in ihre Züge zurück und die Aufmerksamkeit für ihren Gesprächspartner.</p>
<p>Festivalmanagerin ist ein cooler Job. Könnte man denken, wenn man sie auf diesem Mäuerchen, im Herzen des Geländes sitzend antrifft. Tatsächlich lässt sich Barbara Pohle während des Festivals nicht mehr aus der Ruhe bringen. Die Jugendprojekte organisiert sie mit aller Energie über 357 Tage im Jahr. Mit dem Beginn des Theatertreffens ist sie für ihre Gäste da. Und ihre Gäste, da ist sie entschieden, sind zu aller erst die Jugendlichen. Denen gilt ihr Respekt und ihr persönliches Interesse. Den VIPs widmet sie ihre Fachkompetenz und ihre höfliche Aufmerksamkeit.</p>
<p><span id="more-430"></span></p>
<p>Liebe Barbara, vor dreißig Jahren, als ich noch ein Schultheatertreffen in den Kinderschuhen war, da warst du schon für mich da. Alles war neu und aufregend. Die Achtziger waren Wilde Jahre des Aufbruchs in der Schultheaterszene und alle haben sich in diesen Anfängen über wichtige und grundsätzliche Dinge gestritten. Man glaubte ständig, die Feuerwehr rufen zu müssen. Du hast sie nicht gerufen, Barbara. Damals gab es noch kein Handy. Es musste auch ohne fremde Hilfe gehen. Du hast das ermöglicht.</p>
<p>Die Theaterszene der Jugend gedieh im Land. Hier, „auf dem Platze“, wie du es immer nanntest, wichen meine Festival-Kinderkrankheiten in den Neunzigern, den Nöten der Adoleszenz der jungen deutschen Theaterszene. Plötzlich wurde ich vom Schultheatertreffen zum Theatertreffen der Jungend umkonzipiert und alles war anders, mehr Theatergruppen, &#8211; mehr Institutionen und noch mehr Debatten unter einem Dach, und damit in deiner Obhut. Und geändert hat sich alles und nichts. Für dich und für mich. Du warst einfach da und hast dich nicht auf die Glaubenskriege eingelassen. Du beschäftigtest dich mit dem Arrangement des Treffens von jugendlichen Schauspielern. Das Gelingen dieser Begegnungen im Sturm der großen Aufregungen, inmitten von emphatischen Pädagogen und von Kreativität und Körperkraft strotzenden Künstlern, zwischen sparsamen Funktionären und fordernden Initianten. Wie die Juroren wechselten die Theaterstile, die Jury- Vor- und Nachsitzenden. Alle Spitzenleute ihres Fachs. Jede und jeder stand für etwas Eigenes in dieser Kunst und du standest in der Mitte des Geschehens. Neben all den „klaren Standpunkten“ brauchten sie doch alle deine Unterstützung und Gehhilfe auf dem bedeutenden Berliner Parkett. Sicher nicht immer nur ein cooler Job, liebe Barbara, mit so vielen Individualisten zu arbeiten, was?<br />
Die Jugendlichen kamen aus Bayern und Rostock, aus Düsseldorf und „Posemuckel“ und manchmal fragten sie dich, ob sie denn die Musik etwas lauter drehen dürften, oder ob vielleicht ein Handy gefunden worden sei. Und siehe da, sie blieben gleich bei dir sitzen. Und sie blieben uns treu. Denn im nächsten Jahr waren sie wieder da. Doch im Gegensatz zu ihren Theatereltern, die für künstlerische Positionen standen, waren manche von ihnen im neuen Jahr Autorinnen geworden, andere kamen als Musiker wieder, weil sie erst hier „auf dem Platze“, ihren Platz in der Kunst gefunden hatten oder ihre Sprache, oder beides. Oder weil sie bei dir die Erfahrung machen konnten, angekommen zu sein.</p>
<p>Alle, die angespannt kamen, gingen glücklich vom Platze. Nach jeder dieser dreißig Festivalwochen. Die Jugendlichen wurden älter und nach zehn, zwanzig Jahren schickten sie neuerlich ihre Kinder. Schüler, Studenten, junge Erwachsene. Die machten alles neu, die kehren mit eisernen Besen und künstlerisch &#8211; revolutionären Ideologien, all den alten Krempel von der Bühne. Emotionale und bewegte Menschen, die jeden und alles  bewegen wollten. Dich haben sie nicht erschüttert, liebe Barbara. Wenn man dich gefragt hat, was das alles zu bedeuten habe, hast du oft von dem seismographischen Wert des Theaters der Jugendlichen gesprochen. Wer das sagt, weiß was ein Erdbeben ist. Du kennst den Sturm und weißt, wie man die Wellen reitet. Aber davon erzählst du nicht. Nicht auf der Bühne, nicht in den Gremien und auch auf dem Mäuerchen nur ganz Wenigen.</p>
<p>Eigentlich, liebe Barbara, sitzen wir ja zu zweit hier. Ich, das Theatertreffen der Jugend, zu dem das Bundesministerium einlädt, und du, das „Treffen junger Künstler der Barbara Pole“, dessen Teilnehmer kommen, weil sie einer inneren Stimme vertrauen, weil sie wissen, dass sie willkommen und respektiert sind, ohne ausgewählt zu sein.</p>
<p>Und während sich das Kuratorium im Turmzimmer konzeptuell berät, während die Fachtagung fachsimpelt, die Workshops sich die Stöcke um die Ohren hauen und das Adrenalin in den Blutbahnen der abendlichen Darsteller kocht, sitzen wir beide auf dem Mäuerchen, du, liebe Barbara Pohle und ich, dein Festival, und wir lassen die Beine baumeln und schmunzeln ein wenig und reden mit den Jugendlichen von damals und heute.<br />
Danke und eine schöne Zeit, liebe Barbara Pohle.</p>
<p>Dein Festival</p>
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		<title>Stand by your Jugendtheaterfestival</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 08:53:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Oberlaender</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara T. Pohle]]></category>
		<category><![CDATA[Christina Schulz]]></category>
		<category><![CDATA[Danksagung]]></category>
		<category><![CDATA[TTJ]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Abschiedsveranstaltung für die scheidende TTJ-Chefin Barbara T. Pohle. Dieses Jahr, erzählt Barbara T. Pohle am Ende des Abends, hat sie zum ersten Mal im Theater ihr Handy angelassen. Das hat sie selbst überrascht, aber einmal ist eben immer das erste Mal. Oder das letzte. Dieses Theatertreffen der Jugend, das Dreißigste, ist das letzte, das&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_449" class="wp-caption alignnone" style="width: 490px"><img class="size-full wp-image-449" title="30jahr_jubilaum1" src="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/wp-content/uploads/2009/05/30jahr_jubilaum1.jpeg" alt="30jahr_jubilaum1" width="480" height="321" /><p class="wp-caption-text">Foto: Gudrun Ohst</p></div>
<p><strong>Die Abschiedsveranstaltung für die scheidende TTJ-Chefin Barbara T. Pohle.</strong></p>
<p>Dieses Jahr, erzählt Barbara T. Pohle am Ende des Abends, hat sie zum ersten Mal im Theater ihr Handy angelassen. Das hat sie selbst überrascht, aber einmal ist eben immer das erste Mal. Oder das letzte. Dieses Theatertreffen der Jugend, das Dreißigste, ist das letzte, das unter Barbara Pohles Leitung stattfindet (schon teilt sie sich den Job mit der von ihr ausgewählten zukünftigen Chefin Christina Schulz). Ein wichtiger, ein traurigschöner Grund, Glück zu wünschen, zurückzublicken.</p>
<p>Es ist eine Zeitreise. Auf der kleinen Bühne des Theaters unterm Dach ließen die Moderatoren Martin Frank und Simone Neubauer die Jahre durchlaufen, von 1980 bis 2009, von der Einführung des Zauberwürfels in Deutschland bis zur Hertie-Pleite. Was alles passiert ist in der ganzen Zeit! Nur noch ein paar Beispiele. 1981: Gründung des Chaos Computer Clubs. 1984: erste E-Mail. 1990: Karl-Marx-Stadt heißt jetzt Chemnitz. 1991: Ötzi wird gefunden. 1993: die fünfstelligen Postleitzahlen werden eingeführt. 1998: Einführung des Euro wird beschlossen. 2001: erster iPod – der 11. September wird interessanterweise nicht erwähnt.</p>
<p>Aber das ist alles Weltgeschehen. Viel wichtiger sind die Freundinnen und Weggefährten aus 30 Jahren Jugendtheater, die nacheinander auf die Bühne kamen, jeder zuständig für ein Jahr, jeder mit 30 Sekunden Zeit, na ja, vielleicht auch einer Minute, je nachdem. Die sich bedanken, die Anekdoten erzählen und Lieder singen, Pfingstrosen überreichen, Barbara umarmen, sie küssen und beschenken.</p>
<p><span id="more-427"></span></p>
<p>Im Laufe der Bühnenjahre wird Barbara T. Pohle zur „Mutter für alles“ erklärt, als Strippenzieherin und lächelnde Sphinx, die zwar nie etwas zum Jugendtheater sagt, es aber mit aller Kraft fördert. Sie wird zur Oberehrensulzbacherin erklärt, auch an anderer Stelle heißt es: „Wir Bayern, wir danken dir!“ Aus einer alten Produktion wird zitiert: „Sie war ein Mädchen voller Güte / und naschen tat sie auch sehr gern“ – passend dazu bekommt sie später eine handgefertigte Marzipanrose – isteineroseisteinerose &#8211; überreicht.</p>
<p>Soll man jetzt Namen nennen? Karlheinz Frankl ist der erste, mit Jutetasche in der Hand erzählt er von der schwierigen Anreise seiner Gruppe zum ersten Schultheatertreffen 1980. Den Abschluss macht Julia Gräfner, mit einem Schritt wird sie zur großen, gewaltigen Gertrud, ihrer Königin aus dem Schweriner „Hamlet“, der vergangenes Jahr zum TTJ eingeladen war: „Mir dringen diese Worte ins Ohr wie Dolche!“</p>
<p>So viele zwischendurch. Blick auf die Liste: Mariya Kozachenko, Günter Frenzel, Edgar Wilhelm per verlesener E-Mail, Thomas Lang, Ilka Cordula Felcht, Winfried Steinl. Die alte Gefährtin Emilia Schroeter, die Barbara lange umarmt. Henrik Adler, Karl Heinz Wenzel („TTJ ohne Pohle ist wie Hafen ohne Mole“). Die mittlerweile mit der Gruppe She She Pop erfolgreiche Performerin Mieke Matzke, Christel Hoffmann, Klaus Belz, Martin Frank, der von Barbara gelernt hat, dass die „Jugendlichen wichtiger sind als alle VIPs der Welt zusammen.“</p>
<p>Weiter: Renate Breitig aus dem Kuratorium. Marco Trochelmann, der auf indischen Spezialkochtöpfen ein Ständchen trommelt. Gudrun Bahrmann, Sebastian Stolz, Ulrike Hatzer und der Dramatiker Thomas Freyer, in einer wunderbaren Drei-Personen-Szene, die über drei Jahresabschnitte verteilt erklärt, warum Barbara T. Pohle erstens gebürtige Geraerin ist und dass zweiten ihr Mittelinitial für „Theaterfabrik Gera“ steht. Das „Theater“ glaubt man ihnen sofort.</p>
<p>Dann die Lübeckerin Marlies Jeske mit der Marzipanrose. Der Musiker Elis mit Gitarre, der witzig antäuscht, dann aber zart und nachdenklich singt, nur kurz, aber es sind ja auch nur 30 Sekunden Zeit. Die Juroren Michael Stieleke und Sepp Meißner, letzterer mit einer „Kratzbürste“ aus Draht, um den „Lack aus Unechtem und Falschem“ abzukratzen. Carmen Waack, die Barbara ein auf der Bühne eingeweihtes Waschbrett schenkt – und Jungjuror Charles Morillon, der im vergangenen Jahr noch in dem Magdeburger Stück „Kinder zur Sonne“ auf der Wabe-Bühne stand.</p>
<p>Zwischendrin in diesem bunten, lustigen, melancholischen, zum Lachen und Heulen schönen Abend deutet der Hersfelder Spielleiter Klaus Riedel – nach Lektüre eines alten FZ-Interviews mit Barbara – ihre Vorliebe für Interrogativpronomen aus. Die haben nämlich laut Duden „auswählende Bedeutung“. Und Riedel sagt voraus, dass die kommenden Jahre ohne TTJ, in denen Barbara sich in ihrem neuen Wohnort Frankfurt anderen Dingen widmen wird, „im Zeichen des Possessivpronomens“ stehen werden.</p>
<p>Nicht, dass Barbara T. “heatertreffen der Jugend“ Pohle nicht immer im Vollbesitz ihres Lebens, ihrer Umgebung, ihrer Menschen, ihres Festivals gewesen wäre. Starke Frau, die sie ist. Im Laufe des Abends wurde ihr „viel Kraft für die Entzugserscheinungen in der ab jetzt TTJ-freien Zeit“ gewünscht. Barbara wird diese Kraft haben, da sind wir nicht Bange. Sie bleibt auf Empfang. Ihr Handy bleibt an.</p>
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