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	<title>Theatertreffen der Jugend &#187; Amoklauf mein Kinderspiel</title>
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	<description>Das Festival-Blog</description>
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		<title>Amoklauf, mein Kinderspiel &#8211; Amoklauf, meine Güte!</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 09:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Khesrau Behroz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war gestern gut unterhalten. Ich genoss das Impuls-Gewitter: Hakenkreuz! Rot! Nebel! Flyer! Schüsse! Explosionen! Ohrenbetäubender Lärm! Schreie! Tritte! Stampfen! Ich genoss es, leicht unterhalten zu werden. Sollte das Ziel des Ensembles gewesen sein, mir Bilder ins Hirn zu brennen, so haben sie das Ziel erreicht. Ich erinnere mich nämlich noch sehr lebhaft an die&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_669" class="wp-caption alignnone" style="width: 490px"><img src="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/wp-content/uploads/2009/05/Amoklauf01_Dave_Gro·mann.jpg" alt="Foto: Dave Großmann" title="Dave_Gro·mann" width="480" height="320" class="size-full wp-image-669" /><p class="wp-caption-text">Foto: Dave Großmann</p></div>
<p>Ich war gestern gut unterhalten. Ich genoss das Impuls-Gewitter: Hakenkreuz! Rot! Nebel! Flyer! Schüsse! Explosionen! Ohrenbetäubender Lärm! Schreie! Tritte! Stampfen! Ich genoss es, leicht unterhalten zu werden. Sollte das Ziel des Ensembles gewesen sein, mir Bilder ins Hirn zu brennen, so haben sie das Ziel erreicht. Ich erinnere mich nämlich noch sehr lebhaft an die sehr lauten Momente, erinnere mich an den großen Hollywood-Showdown; Michael Bay hätte sich vor Neid in die Hosen gemacht, Will Smith den amerikanischen Unabhängigkeitstag für ungültig erklärt.</p>
<p>Es wird im Eiltempo alles mitgenommen. Szenen werden gestellt, Szenen werden gespielt, jemand kommt aus der Szene raus, erklärt, springt wieder in die nächste Szene, jemand anderes kommt heraus, erklärt und der nächste ist an der Reihe. Die Familien sind scheiße und wohl schuldig, die Lehrer sind Arschgeigen und wohl schuldig. Die eine ritzt sich die Arme auf, die Andere kotzt in die Toilette; das alles vorgetragen mit der Feinfühligkeit und Grobheit eines Streuselkuchens.</p>
<p>Ich war gestern gut unterhalten! Ich habe Effekte in meinem Kopf, Erinnerungen an ein Impuls-Gewitter. Wie ein Kind, das am Mutterrock zupft und nach einem Bonbon und Aufmerksamkeit verlangt. Immer wieder ein Effekt nach dem anderen; Schaut auf mich, ich habe hier was zu erzählen! Man lebe ja noch, da solle man sich nicht beklagen! Unfreiwillig komisch; Gesang war eindeutig nicht die Stärke des Ensembles.</p>
<p><span id="more-499"></span></p>
<p>Die Schauspieler wurden über die Bühne gehetzt, gejagt und getreten; man stelle sich vor mit welch masochistischer Detailverliebtheit immer mehr und mehr verlangt wurde. „Holt mir Nebel! Holt mir Schussgeräusche! Gebt mit Hakenkreuze! Schreit lauter, stampft fester!“, hört man fast schon den Spielleiter durch die Gegend schreien. Mehr, mehr, mehr! Nur selten hatten die Schauspieler tatsächlich die Möglichkeit, ein wenig zu spielen. Doch wenn sie spielten, waren sie ausnahmslos gut; als ein Ensemble-Mitglied einen Satz immer wieder mit einem anderen Akzent wiederholte, konnte man nicht anders, als beeindruckt zu sein.</p>
<p>Es war gutes Action-Theater gestern Abend. Nicht mehr. So spannend die Idee des Kinderspiels auch ist und so leidenschaftlich das Thema in der Gruppe auch womöglich diskutiert wurde während der Produktion – davon war auf der Bühne nicht mehr viel zu sehen. Ruhigere Momente wirkten eher apathisch als sensibel.<br />
Natürlich hatte diese pompöse Inszenierung den Titel stets parat. Ein Kinderspiel, ein Videospiel. Da leuchtet und explodiert auch so einiges; in diesem Zusammenhang war das Stück durchaus gelungen. Dann ist das hier keine Kritik, sondern ein Lob; ich bezweifle aber, dass das der Anspruch der Gruppe war. Falls, ja: Hut ab! Meisterwerk!</p>
<p>Ich bin kein Fan des lauten Theaters, das sei hier angemerkt. Heute scheißen, kotzen, rotzen, fluchen Leute auf der Bühne; vielleicht mit der Prämisse, dass das Publikum heutzutage so abgestumpft ist, dass es mit voller Wucht gegen etwas knallen muss, um zu verstehen, aufzuwachen.</p>
<blockquote><p>„It&#8217;s the sense of touch. In any real city, you walk, you know? You brush past people, people bump into you. In L.A., nobody touches you. We&#8217;re always behind this metal and glass. I think we miss that touch so much, that we crash into each other, just so we can feel something.“ (Paul Haggis; “Crash”)</p></blockquote>
<p>Mir fehlte diese Berührung. Es ist nicht so, dass ich etwas Melodramatisches wollte. Ich sage nur, dass es manchmal nicht falsch ist, melodramatisch zu werden. Es ist nicht so, dass ich weinen wollte. Ich sage nur, dass es manchmal okay ist, genau das zu versuchen. Es ist nicht so, dass ich „in the face“ nicht mag. Ich sage nur, dass man auch mal daneben schlagen darf.</p>
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		<title>Amoklauf, mein Kinderspiel &#8211; Seltsame Menschen, diese Kinder</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 09:10:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Holdowanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das große Klischee Amoklauf auf der Bühne. Ich habe Angst, vor dem Stück, sitze und denke: Was werden sie daraus machen? Als Klischee kann ich es im Nachhinein nicht bezeichnen, als Amok sehr wohl. Ein Amoklauf im Theater gegen das Publikum gegen die Erwartungen eines Einzelnen und hoffentlich gegen das Lachen der Leute die es&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das große Klischee Amoklauf auf der Bühne. Ich habe Angst, vor dem Stück, sitze und denke: Was werden sie daraus machen?</p>
<p>Als Klischee kann ich es im Nachhinein nicht bezeichnen, als Amok sehr wohl.</p>
<p>Ein Amoklauf im Theater gegen das Publikum gegen die Erwartungen eines Einzelnen und hoffentlich gegen das Lachen der Leute die es nicht verstanden haben.</p>
<p>Diese Leute die Lachen an so einem wichtigem Punkt („Man darf sich nicht beklagen man lebt man lebt“) diese Leute sollten rausgehen und ihren Kopf abnehmen, etwas herumwerfen, wieder anmontieren und vielleicht würden sie dann merken wie genial diese Szene war und würde um Vergebung bitten, dass sie gelacht haben.<br />
Doch danach kam auch für mich der Zeitpunkt an dem ich dachte jetzt driften sie wieder in dieses Klischee.<br />
Pseudoschocken war angesagt, indem sie mit drei Fingern, als Waffe dienend, aufs Publikum  zugelaufen wird und so getan als würde man  auf sie schießen, wow ich bin echt geschockt.</p>
<p>Dann fingen sie an „Krieg“ zu spielen. Eine wunderschöne Szene, mit tolle Licht-, Nebel- und Soundeffekten.<br />
Doch wozu? Bei so einem aktuellen und unfassbaren Thema wie Amok und sie rennen auf der Bühne herum und im Publikum und machen Krieg. Da habe ich mich gefragt ist das noch Theater oder „Der Soldat James Ryan“ auf einer Theaterbühne und ohne Spielberg.</p>
<p>Dennoch war ich sehr beeindruckt und konnte die Augen kaum abwenden. Das Stück hat mich berührt und wenn ein Stück jemanden berührt hat sich die Arbeit für die Gruppe gelohnt, dann überwogt auch das positive über dem negativen.</p>
<p>Allerdings hoffe ich innerlich, dass das Thema Amok in den nächsten Jahren nicht mehr so viel Aufmerksamkeit bekommt, da es nach Winnenden hoffentlich keinen mehr geben wird.</p>
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		<title>Amoklauf, mein Kinderspiel &#8211; Der Amokläufer in mir</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 09:09:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Sechs Spieler, die versetzt auf Stufen stehen. Dem Publikum gegenüber, keiner von ihnen auf einer Ebene mit dem Zuschauerraum. Die Zuschauer werden angestrahlt, die Gesichter der Spieler bleiben im Dunkeln. Man sieht nur ihre Umrisse, aber dafür im grellen Licht jedes einzelne Haar, das vom Kopf absteht. Und je mehr man versucht, doch etwas zu&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_671" class="wp-caption alignnone" style="width: 490px"><img src="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/wp-content/uploads/2009/05/Amoklauf02_Dave_Gro·mann.jpg" alt="Foto: Dave Großmann" title="Amoklauf, mein Kinderspiel" width="480" height="320" class="size-full wp-image-671" /><p class="wp-caption-text">Foto: Dave Großmann</p></div>
<p>Sechs Spieler, die versetzt auf Stufen stehen. Dem Publikum gegenüber, keiner von ihnen auf einer Ebene mit dem Zuschauerraum. Die Zuschauer werden angestrahlt, die Gesichter der Spieler bleiben im Dunkeln. Man sieht nur ihre Umrisse, aber dafür im grellen Licht jedes einzelne Haar, das vom Kopf absteht. Und je mehr man versucht, doch etwas zu erkennen in ihren Gesichtern, desto mehr wird hier schon klar, dass, wenn man etwas von außen betrachtet, man manchmal vielleicht jedes Detail zu erkennen meint, das Wesentliche aber im Dunkeln bleibt. Man kann sich nur an Umrissen orientieren.</p>
<p>Der Raum ist von chorisch-rhythmischem Sprechen der Spieler erfüllt. Es wirkt wie eine Litanei, die einem eingehämmert werden soll: „Man darf sich nicht beklagen: Man lebt. Man lebt.“ Eine Melodie löst sich vom Sprechen ab, später noch eine. Hier wirkt das chorische Sprechen nicht immer ganz sauber, deswegen schrammt das Ganze immer leicht an der Kakophonie, trotz der erkennbaren sängerischen Qualitäten des Ensembles.</p>
<p>„Man darf sich  nicht beklagen: Man lebt.“ Immer wieder mischt sich eine trotzige Antwort in den Chor: „Tu ich nicht!“ Und der Zuschauer muss sich fragen, worauf das ist die Antwort ist – beklagt man sich nicht? Oder lebt man nicht?</p>
<p><span id="more-459"></span></p>
<p>Das Singen-Sprechen wird aufgebrochen von der Erzählung eines der Mädchen. Die Erzählung von einer Scherbe, die die Haut am Knie durchtrennt. „Das Blut warm, wie Haut unter der Decke.“ Noch richtet sich die Zerstörung gegen sich selbst, doch es wird spürbar, dass dieser Schmerz, den das Mädchen empfindet, derselbe sein wird, aus dem sich die Zerstörung später gegen andere richten wird.</p>
<p>Immer wieder hält das Ensemble in seinem Chor inne, immer wieder denkt man: Jetzt ist es vorbei – bis das Sprechen, das Einhämmern wieder einsetzt. Das Publikum scharrt mit den Füßen und hustet. Einer klatscht, einige lachen. Man befürchtet, die Szene kippt, schlägt um in eine Farce. Die Beklemmung, die einen zuerst ergriffen hatte, weicht dem Gefühl, aufstehen und den Spielern entgegen schreien zu müssen: „Hört auf! Ich habe es verstanden! Ich halt ’s nicht mehr aus!“ Man wartet auf den Hammer, der einen losschlägt. Da wird einem klar: Das Ensemble vom Jugendclub des Hans-Otto-Theaters weckt den Amokläufer in einem selbst. Und zwar bewusst.</p>
<p>Die Spieler verdeutlichen die Unerträglichkeit der Tretmühle, der leeren Phrasen, indem sie sie verkörpern. Sie geben dem Zuschauer das Gefühl, nicht entrinnen zu können, ausgeliefert zu sein, ohne Hoffnung auf ein Ende. Damit versetzen sie den Zuschauer vielleicht so sehr in die Rolle, in die Gefühlswelt eines Amokläufers, wie in dem ganzen Stück nicht noch einmal. Man nähert sich der Ahnung eines Verstehens so weit an, dass es einem fast Angst macht. Und das erreicht das Ensemble nur mit theatralen Mitteln, mit zwei Sätzen: „Man darf sich nicht beklagen. Man lebt.“ „Das waren gestern Abend zehn Minuten großes Theater auf der Bühne des ttj.</p>
<p>Kurz vor Schluss des Stücks sagt einer der Amokläufer: „Habt ihr Angst, dass wir eine Chance haben?“ In diesen zehn Minuten hätte man wohl ohne Zweifel geantwortet: Ja.</p>
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		<title>Amoklauf, mein Kinderspiel &#8211; Amoklauf kein Kinderspiel</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 09:07:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sarah Wenzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer jetzt lacht, wird erschossen. Nein, nicht ganz. Wer jetzt lacht, hätte zu Hause bleiben und fernsehschauen können. Das war das, was mir wie ein tibetisches Mantra oder nach kaputtem Roboter klingender Sprechgesang durch den Kopf ging. Man darf sich nicht beklagen. Nein, das darf man wirklich nicht – über das Stück. Eine halbe Unendlichkeit,&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer jetzt lacht, wird erschossen. Nein, nicht ganz. Wer jetzt lacht, hätte zu Hause bleiben und fernsehschauen können. Das war das, was mir wie ein tibetisches Mantra oder nach kaputtem Roboter klingender Sprechgesang durch den Kopf ging. Man darf sich nicht beklagen.</p>
<p>Nein, das darf man wirklich nicht – über das Stück. Eine halbe Unendlichkeit, wegen mir hätte es ruhig eine  ganze sein können. Spannung muss aushaltbar sein – auf der Bühne und für Zuschauer.</p>
<p>Theater kann, darf, soll und muss anstrengend sein. Unterhaltung können wir auch abends im Zelt erledigen. Somit Danke für die Spannung zwischen den Räumen! Ich meine hinterher öfters gehört zu haben, man sei doch ein wenig platt und fühle sich, als sei man selber mit gerannt. Klingt besser als der Satz: „Es war aber lustig fand ich und so, ne?“.</p>
<p>Ich will dieses Stück verteidigen. Und das nicht, weil ich es perfekt fand und nicht, weil ich den Kritikpunkten, die man daran finden kann, widersprechen will.</p>
<p><span id="more-455"></span></p>
<p>Aber erstmal genauer dazu. Eine etwas zynische Stimme sprach gestern in mein Diktiergerät den Satz: „Das erste Stück, das eine Berechtigung hat, hier zu sein“. Das ist ein wenig krass gesprochen, aber man sieht hier definitiv qualitative Unterschiede zu den anderen. Ihr wart gut, ihr Potsdamer, ohne Frage. Ihr wart euch eurer Mittel bewusst und vor allem eures Körpers und eurer Stimme, ich habe eine Menge Energie gesehen und  ein konsequentes Inszenierungskonzept. Hierzu kann man natürlich einiges sagen. Ihr habt intensiv gespielt, der eine mehr, die andere weniger, und schade ist es immer, wenn Figuren verblassen weil sie von schlicht besseren Spielern überlagert werden.</p>
<p>Aber trotzdem! Schade ist es auch, dass ihr kaum leise Töne, zarte Emotionalität und Spiel, das mal nicht frontal ins Publikum geht, zugelassen habt. Klar, wild sein macht Bock und man sah euch den Rausch der Bühne an. Aber ich bin sicher mit noch mehr Mut, ihr könntet auch leise. Aber trotzdem! Oft war es eine Gratwanderung zwischen den benutzten Mitteln und der Fähigkeit, diese zu beherrschen. Manchmal hatte ich Angst, dass ihr eure Spannung verliert. Aber trotzdem! Nein, das Stück erklärt nicht, warum einer schießt. Aber es zeigt unglaublich viele Elemente, die sich zu dem Bild eines luftleeren Raumes ergänzen, in dem die Figuren (und wir alle) schwerelos taumeln und keine Fixpunkte mehr haben. Eine doch viel bessere Erklärung. Auch wenn die Geschichten des Elternhauses doch zu alt und zu Neue Bundesländer für mich sind. Aber trotzdem!!</p>
<p>Man möge sich darüber streiten. Aber ich komm mal zurück zu dem, was ich eigentlich sagen wollte. Die Inszenierung war technisch weitgehend perfekt. Reden kann man über das Konzept, die Mittel. Natürlich hat z.B. der Rauch oder ein Lied eine bestimmte Wirkung. Aber für mich ist die eigentliche Frage nicht, wie diese Mittel auf der Bühne wirkten, sondern warum sie auf die Bühne kamen. Und hier würde ich antworten: Trotzdem! Trotzdem! Trotzdem! Denn dieses Stück darf das!</p>
<p>Diesem Stück merkt man die Hintergrundarbeit an. Die Darsteller scheinen sich so gut mit ihrem Thema auseinander gesetzt zu haben, dass es ihre Vorgehensweise schlicht und einfach legitimiert. Sie dürfen das, was sie da machen, machen, ohne dass hinterher alles hinterfragt wird. Wer baut, der haut – da sollten wir vertrauen auf ihr Können und ihre Arbeit. Ich will dieses Stück verteidigen. Zur Not würde ich auch schießen.</p>
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		<title>Amoklauf, mein Kinderspiel &#8211; Die Heimat ist nicht schusssicher</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 09:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Graefner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Pumm. Peng. Knall. Und Aus. Einige hätten wohl gesagt: Effekthascherei. Nun ja. Mir egal. Nebel. Warnleuchten. Geballer. Fakt ist: Ich war bewegt. Zum Schluss dachte ich: Hört auf, hört auf. Hört auf, verdammt noch mal! Und im selben Moment: Die Wirkung, die die Potsdamer haben wollten? Die Suche nach Halt und Persönlichkeit. Pseudoautoritäten. Leere Moral.&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pumm. Peng. Knall. Und Aus.<br />
Einige hätten wohl gesagt: Effekthascherei. Nun ja. Mir egal. Nebel. Warnleuchten. Geballer. Fakt ist: Ich war bewegt. Zum Schluss dachte ich: Hört auf, hört auf. Hört auf, verdammt noch mal! Und im selben Moment: Die Wirkung, die die Potsdamer haben wollten?</p>
<p>Die Suche nach Halt und Persönlichkeit. Pseudoautoritäten. Leere Moral. All dies steckte scheinbar hinter den  Griechenlandurlauben, Verschwörungen von Eltern und Lehrern und Kleingartenvereinen. Nach und nach begreife ich das. Im ersten Moment waren mir die  Gründe zu allgemein. Zu populär vielleicht. Jetzt frage ich mich: Sind sie exemplarisch zu verstehen? Sind sie  gerade weil sie mir so „geläufig“ schienen, ernst zu nehmen?  Die Birne glimmt noch. Und leuchtet schleichend stärker. Würde es gerne ein zweites Mal sehen. Ich habe mir während der Vorstellung und danach und eben noch Stichworte zu bestimmten Stichworten notiert und für die FZ zusammengestellt. Lest selbst:</p>
<p>Spiel? Als Gruppe: Meist dynamisch, körperlich und leicht. Alle immer auf der Bühne. (Und vor allem: Da! Die Meisten meistens jedenfalls.) Immer was zu gucken. Als Einzelne: Fast jeder Darsteller konnte in einem schwachen Moment erwischt werden: Äußerlich, leise oder irgendwie gleich oder unkonzentriert. Aber nie durchweg! Schwache Momente eben. Die hat jeder mal.</p>
<p><span id="more-531"></span></p>
<p>Sprechleistung? Durchwachsen.</p>
<p>Bühnenbild? Voll ausgekostet und von unten bis oben bespielt. Half, das Tempo so gut wie möglich zu halten.</p>
<p>Kostümkonzept? Konsequent, weil die Spieler damit problemlos spielen konnten, in keiner Weise überfordert waren. Außer vielleicht am Schluss. Das war schließlich lang. Und heftig.</p>
<p>Lieblings-Bonbon1: Das Bild mit den Schülern auf den Bäumen. Das mit den Darstellern an der Traverse. Herrlich schlicht, aber erzählend. Toll.</p>
<p>Lieblings-Bonbon2: „Man darf sich nicht beklagen. Man lebt. Man lebt.“ Gebetsmühlenmantra bis zum Herzstillstand. Konsequent und sauber gesetzt, deshalb sehr stimmungsvoll.</p>
<p>Lieblings-Bonbon 2.1: Didgeridoogebrumme. Yeah.</p>
<p>Konsequenz? Passt auf einander auf, Freunde! Klopft euch die Schultern und nehmt euren Zimmernachbarn ab und zu in den Arm. Und: nehmt euch für voll. Randvoll.</p>
<p>Und aus.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Amoklauf, mein Kinderspiel &#8211; Stimmen zum Stück</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 09:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttj</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stimmen zum Stück]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>

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		<description><![CDATA[+++ Ich hätte was Anderes erwartet +++ Hab ich grad ein Grummeln im Magen! +++ Effekthascherei, ich habe mich am Ende an Grönemeyer und „Kinder an die Macht“ erinnert gefühlt +++ geballte Energie +++ Ich will mit schießen! +++ Man darf sich nicht beklagen +++ Power +++ gut, das reicht +++ kraftvoll +++ das erste&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>+++ Ich hätte was Anderes erwartet +++ Hab ich grad ein Grummeln im Magen! +++ Effekthascherei, ich habe mich am Ende an Grönemeyer und „Kinder an die Macht“ erinnert gefühlt +++ geballte Energie +++ Ich will mit schießen! +++ Man darf sich nicht beklagen +++ Power +++ gut, das reicht +++ kraftvoll +++ das erste Stück, das hier seine Berechtigung hatte +++ Endlosschleife +++ Selbstgeltungsbedürfnis der Täter +++ Die Technik nimmt Überhand im zweiten Teil +++ spielerisch: Wahnsinn +++ konkret genug, um nicht verallgemeinert zu sein, und allgemein genug, um nicht vulgär psychologisch konkret zu sein +++ Es ist gekippt, als es nur noch um Counterstrike ging +++ Ich fand cool, dass sie uns in die Dimension des Computerspiels mit rein genommen haben +++ Das Spiel hatte zu viel Platz +++ Killerspiele sind nur ein Mittel, denen man sich bedient, um sein Bedürfnis zu rahmen +++ Man kann toll drüber nachdenken +++ War sehr schön, fast zu kurz +++ Das muss erst mal sacken +++ Die Verkettung zwischen den Elterngeschichten und dem Ende fehlt, das fand ich schade +++ Der Chor war super, weil er so eine Aggression in mir hervorgerufen hat +++</p>
<p><span id="more-439"></span></p>
<p>Ich hab mich geärgert, weil das Ziel des Chors so offensichtlich war +++ toll, dass auf Seiten des Publikums eine persönliche Not entstanden ist +++ das Hängen war beeindruckend +++ Längen, manche sehr gut, manche anstrengend +++ beeindruckende schauspielerische Leistung +++ besser als die Uraufführung +++ Ich fühle mich erschlagen +++ Solange man klagt, lebt man +++ beklemmend, schockierend und großartig +++ das zweite Mal gesehen, und es ist einfach klasse +++ super Leistung, sowohl spielerisch als auch vom Stil der Inszenierung +++ Man fühlt sich, als ob  man selbst die ganze Zeit rumgerannt wäre, physisch platt gedrückt +++ viele Effekte, die auch traumatisiert und hypnotisiert haben +++ Technik war ziemlich gut +++ schauspielerische Leistung: beide Daumen hoch +++ unglaublich viele kurze Sätze +++ Ich fand: wie ein Actionfilm, aber ich weiß nicht, was ich davon halten soll +++ viele Effekte und viele Lücken +++ viel Warten auf das, was passiert +++ Hab schon deutlich Schlechteres gesehen von so jungen Menschen die sich am Theater versuchen +++ es war es wert anzuschauen +++ sehr kraftvoll und ideenreich +++ krass, überwältigend, schnell, schnelllebig +++ sehr beeindruckend und bewegend +++ Amoklauf hab ich mir irgendwie stiller vorgestellt +++ ich fand es gut das diese drei Dinge, die bei Jugendlichen oft vorkommen, Ritzen, Gewalt und Bulimie thematisiert wurden +++ Chor, viel Qualm, viel Geballer +++ Viele Fragen: Sind die Eltern schuld? Ist die Schule schuld? Ist die Stasi schuld? +++ anstrengend +++ rasant +++ Explosion an Ideen +++</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Amoklauf, mein Kinderspiel &#8211; Potsdamer Pralinen</title>
		<link>http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/gruppenvorstellungen/502/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 09:45:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Graefner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gruppenvorstellungen]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe die Potsdamer befragt. Die Potsdamer. Die spielen heute Abend nämlich. Jawohl. „Amoklauf. Mein Kinderspiel“ von Thomas Freyer. Genau. DER Thomas Freyer. Und die Spielleitung? Sebastian Stolz. Ich habe mich gefragt, was es anfangs für ein Gefühl war sich l, sich an ein solch kniffliges, emotionales und brandaktuelles Thema heranzuwagen? So krass aktuell. Dann&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe die Potsdamer befragt. Die Potsdamer. Die spielen heute Abend nämlich. Jawohl. „Amoklauf. Mein Kinderspiel“ von Thomas Freyer. Genau. DER Thomas Freyer. Und die Spielleitung? Sebastian Stolz.<br />
<strong><br />
Ich habe mich gefragt,   was es anfangs für ein Gefühl war sich l, sich an ein solch kniffliges, emotionales und brandaktuelles Thema heranzuwagen? So krass aktuell. Dann habe ich die Potsdamer gefragt und die haben gesagt:</strong><br />
Ich war neugierig einfach zu gucken, was da so für Ansätze kommen. Was da passiert? Wie man da einen Zugang zu findet. Amoklauf ist für mich keine Option. Was hat das mit mir zu tun? +++ Das Thema war irgendwie aktuell und nicht aktuell. Und aktuell und nicht aktuell: Der letzte Amoklauf, den wir in Deutschland erlebt haben war zu Probenbeginn ungefähr vier Jahre her und kurz nach Winnenden hatten wir einen Auftritt und es war krass aktuell. +++ Direkt vor unserer Premiere war auch der Amoklauf in Finnland. +++ Wir haben keine Lösung aber Ansatzpunkte, wo man einen Bezug dazu finden kann, gesucht, was uns betrifft.</p>
<p><span id="more-502"></span></p>
<p><strong>Wenn man Theater guckt, spielt oder macht, dann passiert ja manchmal was mit einem. Was ist mit den Potsdamern passiert? Denken sie durch die intensive Arbeit an dem Stoff vielleicht irgendwie oder so oder ganz  anders über dieses doch abstrakte Thema „Amoklauf“?</strong><br />
Es gibt so viele Leute die gemoppt werden und die kommen alle durch den Alltag durch. Jeder Jugendliche hat Druck und muss Leistung bringen. Das fand ich nicht harmlos, aber es ging irgendwie an mir vorbei. Aber bei manchen Leuten macht es einfach nur „Klick“ und die laufen Amok. Die Gefahr ist realer und präsenter: Man sollte den psychischen Druck von Jugendlichen nicht runterspielen. Klar, dabei kann man aber auch total paranoid werden. +++ In den ersten Wochen danach, ist das Thema immer total present. Unter Hochdruck wird eine Lösung gesucht. Ballerspiele, Waffen, einsame Einzelgänger – Das sind alles auch so Klischees irgendwie. Das finde ich echt ärgerlich. Jetzt redet schon wieder keine Sau drüber. Wenn man mal an die Betroffenen, die Angehörigen rankommt, wo man wirklich Informationen bekommt, ist es total weg.</p>
<p><strong>Und wie fühlt ihr euch beim Spiel auf der Bühne?</strong><br />
Gut. +++ Auch Gruselig. Gerade im zweiten Teil. +++ Wie ein Arsch. Und doch macht es Spaß. +++ Man vergisst so den Ernst dessen, was man da eigentlich gerade darstellt. Am Ende ist es halt doch ein Spiel. +++ Es gibt keinen Amoklauf im Stück. Es gibt eine Phantasie. Das ist halt spielerisch.<br />
<strong>Ein Kinderspiel? Irgendwie.<br />
Im Programmheft steht etwas, von „Frau Wiese“? Wer ist das denn?</strong><br />
Die Geschichtslehrerin. +++ Frau Wiese ist einer der intensivsten Momente in unseren Proben gewesen, als wir uns improvisatorisch angenähert haben. Sie ein starkes Element, wo man ganz deutlich sehen kann, wie eine Lehrerautorität demaskiert wird.</p>
<p><strong>Im Programmheft steht auch, dass ein „Thesenplakat“ zu möglichen Gründen in eurem Probenraum hing. Was darauf zu lesen war wollte ich wissen: </strong><br />
Das die heutige Jugend keinen Gegner mehr hat, keinen reellen Feind, wo sie einen Kontrast bilden kann und sich aktiv in dem Kontrast gestalten kann. Sondern so vollkommen schwerelos im Raum schwabbert. Und denn haben wir uns gefragt: Entsteht der Amoklauf in die diesem Vakuum? Ist er Mittel dieses gedankliche Vakuum zu durchbrechen? Oder ist der Amok dieses Vakuum und danach ist alles weggeblasen?</p>
<p>Puh. Harter Tobak. Ich bin gespannt auf die Potsdamer. Den Amoklauf. Das Kinderspiel. Frau von Wiese. Den „Brei“ von dem im Programm die Rede ist. Was sie in all dem für sich gefunden haben und uns jetzt zeigen.<br />
Und vielleicht darf ich mit ihnen ja noch mal ein Bier trinken. Hätte ich Lust zu.</p>
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		<title>Live auf Youtube &#8211; die Vierte</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 08:18:19 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein kurzer Blick in das Stück Amoklauf mein Kinderspiel vom Theaterjugendclub des Hans Otto Theaters aus Potsdam.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kurzer Blick in das Stück <a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/die-stucke/amoklauf-mein-kinderspiel/">Amoklauf mein Kinderspiel</a> vom Theaterjugendclub des Hans Otto Theaters aus Potsdam.</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/b1tLibkb67U&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/b1tLibkb67U&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
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