Rezensionen

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29 Mai 2010

Parese: Opham helialet.

Hamlet, der Lustlose. Hamlet, der Mann, der sich seiner eigenen Geschichte verweigert. Der sein Abenteuer nicht antritt, sondern hinter seinem Schreibtisch vegetiert und wartet, dass die Zeit vergeht. Ophelia initiiert seine Reise, sie stellt sich vor als die Nicht-Ertrunkene, als Nicht-Opfer. Heiner Müllers Hamletmaschine wird aktiviert und Ophelia ermächtigt sich ihrer Rolle, tritt auf die [...]

29 Mai 2010

Parese: Den Alten ordentlich einheizen, denn Spielen ist ein Tu-Wort!

Tische und Stühle (rot und schwarz) als tragende Bühnenbildelemente wie in Aussteigen auf freier Strecke; Menschen, die Länder sind, wie in Paulina („Ich bin Ophelia. Oder Dänemark, das Land für die ganze Familie und impotente Prinzen“); eine scheiternde Liebesbeziehung, die im Tod endet wie bei Revolution Reloaded; Wasser, das zum Verhängnis wird, wie bei Müssen [...]

29 Mai 2010

Parese: “Du bist albern!” “Nein, ich bin Ophelia!”

Gestern Abend war ein guter Abend. Das liegt an einem genau richtigen Stück auf einem genau richtigen Festival an einem genau richtig ausgesuchten Tag. Was ich gestern gesehen habe, war deshalb genau richtig, weil es eine sehr schwierige Balance hinbekommen hat, um die es hier geht. Nämlich: zum einem Theater zu machen, das PROZESSorientiert ist, [...]

29 Mai 2010

Aussteigen auf freier Strecke: WTF???

Man kann – höret und staunet! – leidenschaftlich schlecht spielen und ein leidenschaftlich schlechtes Stück auf die Bühne bringen. „Aussteigen auf freier Strecke“ gestern Abend war nicht einmal das. Da sind sieben Menschen auf der Bühne, haben absolut null Körperspannung, sprechen ihre Sätze halt so da hin und bauen völlig abstruse, naive Bilder, um ihre [...]

29 Mai 2010

Aussteigen auf freier Strecke: Ausgestiegen auf freier Strecke

Voller Begeisterung hätte ich gerne gestern Abend zugeschaut. Aber, um ehrlich zu sein, liebe DTler – und das mag ich versuchen zu sein –, gestern Abend hat Euch jegliche Körperspannung und Artikulationsluft gefehlt, um mich mitzureißen. Und auch, wenn ich davon absehe und nur das Thema und Eure Mittel betrachte, bleibe ich ratlos mit der [...]

28 Mai 2010

Paulina sulla spiaggia: Das Ende des Tanzfilms

Ich habe grad Pauline auf YouTube gefunden. Sie hat einen Topfschnitt und eine blone Cousine namens Marion und Henri küsst ihr Knie. YouTube sagt: Eric Rohmer continues to captivate you […] now comes Pauline at the beach, Eric Rohmer‘s sauciest, most sensual, wittiest and wisest movie yet. It‘s as refreshing as a summer breeze. Pauline [...]

28 Mai 2010

Paulina sulla spiaggia: Experiment mit mir

Gestern Abend: eine andere Form von Theater. Laut, schrill, trashig. Einzelne Elemente zerlegt, gepuzzelt, abstrahiert, damit experimentiert und gespielt. Experimentierfelder Sprache, Figuren, Ebenen. Sprache schnell, rhythmisch, gereimt, präzise platziert, komplexe Konzepte humorvoll verpackt und diskursiert. Wirkte wie strukturierte Stereotype, die aktuelle Anliegen gekonnt gezeigt haben. Politische, kritische, schnippische Auseinandersetzung, mit gezeigten gesellschaftlichen Gemeinheiten, Allgemeinheiten und [...]

28 Mai 2010

Paulina sulla spiaggia: Es ist angerichtet

Das mit der Medienkompetenz ist so ein Ding. Und die Berliner von P14 sind total medienkompetent. Schleimen sich die ganze Zeit bei der FZ ein, erwähnen uns sogar (völlig zu Recht!) in ihrem Stück und schreiben uns furiose Liebes-/Leserbriefe. Wir sind aber auch totale Ego-Säue und finden das natürlich voll super. Als Konfliktsucher bzw. FZ-Redakteur [...]

27 Mai 2010

Paulina sulla spiaggia: Spielen Sie sich mal den Wolf!

Die Bar. Eine Bar ist eigentlich in jedem Fall eine super Sache. Man kann sich auf einer Bühne auch sehr stilvoll betrinken. Hinterher hat jemand gesagt, dass die ja nur einmal genutzt wurde, diese Bar. Find ich nicht. Den ganzen Tag über war hier neben der Redaktion Krach, P14-Krach, schräger Krach. Als ich die Bar [...]

27 Mai 2010

Paulina sulla spiaggia: Paulina a la platja*

Sie wollen keine Kindheit, sie wollen Theater Es war ein „eintägiger, einschlägiger, anstößiger Anschlag“: Sechs Schauspieler treffen sich an der Riviera. Sie werden von der EU finanziert – fünftausend Euro für jeden – und sollen Studien über Italien betreiben, dem Land, „wo Nutella erfunden wurde“. Sie sollen ihre Impressionen in einem Theaterstück ausdrücken. Aber halt: [...]