Road to ttj: Es liegt was in der Luft

Es liegt was in der Luft

In Frankfurt bläst ein Gebäude Luft auf die Straße, und die Luft riecht wie im Foyer der Berliner Festspiele. Wenn ich vorbeilaufe, mache ich langsamer. Wenn jemand bei mir ist, sage ich: „So riecht es im Foyer der Festspiele. Kurz bevor man ins Theater geht. Oder den ganzen Tag, während man für die Festivalzeitung schreibt.“

Ein Freund meinte, der Geruch kommt von einem bestimmten Teppichreiniger. Tatsächlich liegt im Foyer ein Teppich, was der Freund nicht wissen konnte. Ein heißer Tipp. Aber vielleicht haben sie auch eine Luft-Leitung von Berlin nach Frankfurt gelegt, und dann wird gepumpt. Den Festspielen traue ich alles zu.

Ich habe einmal gelernt, dass Geruch hinter der Stirn abgespeichert wird, und dass sich die Geruchs-Neuronen am schnellsten von allen erneuern. Damit der Geruch im Kopf nicht muffig wird.

Zugegeben, der Geruch im Foyer ist eine Nebensache. Beim Theatertreffen der Jugend hat man so viel im Kopf, da bringen einen ein paar frische Geruchs-Neuronen nicht ins Grübeln.

Das Theatertreffen bedeutet Schaulust und Lust zu am Schauspiel, es ist ein Tummelplatz, auf dem das Theater gelebt wird, und der Platz ist so groß wie acht Tage. Man kann Leuten lange davon erzählen, aber wenn sie nicht dabei waren, können sie es kaum verstehen. Nur so viel: es begeistert einen so sehr, dass man sich sogar unbewusst die Gerüche hinter die Stirn schreibt. Also ein Trauma im besten Sinne.

Ich kann es kaum erwarten: all die Leute! Bestimmt riecht das Foyer doch ganz anders.

Generation S: Vom Erzählen und vom Großwerden

Foto: Dave Großmann

Sie tragen farbige Poloshirts, Jeans und Turnschuhe, sie sitzen auf Boxen, zwischen Wasserflaschen und Mikros, sie nennen sich die »Generation S«. S wie Stuttgart. Oder wie Sex? S wie Sabotage? Super? Scheiße? SMS? Generation SOS? Generation Standard? Noch nie habe eine Generation so viele Namen gehabt. Aber: »Wer wir sind, wissen wir deshalb nicht besser. Wer wir sind, wisst ihr deshalb nicht besser.«

Das Stuttgarter Ensemble versucht, diese Generalisierungsversuche, diese Pseudo-Generationsbenennungen zu demontieren, indem es individuelle Geschichten erzählt. Und das gelingt. Die Geburt ohne geplatzte Fruchtblase, der Unfall mit der Haarspange (in Wange, Grund: Erdbeertörtchen), Händchenhalten auf Waldboden. Das Stück »Generation S« erzählt von Kindheit und Aufwachsen, von Liebe und Enttäuschung, von Verlust, von Träumen, von Wünschen, von Vorbildern, und das in Episoden, die jede eine ganz eigene Textur hat, in denen man sich wiederfindet, ohne das Gefühl zu haben, sie alle schon zu kennen. Gleichzeitig stellt das Ensemble die Schwierigkeit aus, überhaupt Geschichten zu erzählen, vor allem die eigenen. Eine Spielerin behauptet: »Die Geschichten, die wir erzählen werden, sind wahr.« Und: »Sie sind genauso passiert und nicht anders.« Gleich darauf beginnen aber die Figuren, vom Tag ihrer Geburt zu erzählen, von ihrem ersten Wort, von Ereignissen also, an die sie selbst gar keine Erinnerung haben können, von denen sie gar nicht wissen können, wie sie tatsächlich passiert sind. Dadurch wird ihre eigene Behauptung sofort ad absurdum geführt und damit vielleicht auch die Vorstellung, es gäbe überhaupt ein Das-ist-genauso-passiert-und-nicht-anders.

Der Erzählvorgang wird aber nicht nur auf der inhaltlichen Ebene ausgestellt, sondern auch auf der formalen: Die einzelnen Geschichten werden von ihren Protagonisten erzählt, und dann von den anderen Spielern nachgespielt, die Boxen und Wasserflaschen dienen als Requisiten, jeder Spieler kann jede Figur sein, die Konstellation wird scheinbar spontan durch Fingerzeig ausgewählt, und dann geht es los. Aber diese zwei Ebenen, die eigentlich in einer produktiven Spannung zueinander stehen könnten, verlieren sich eher in illustrierender Wiederholung; man sieht, was man gerade schon gehört hat, das Boxenschieben dauert lange und so bleibt die Spielweise nicht lange genug spannend. Wo sich auch die Frage stellt, wie lange Kindergartengeschichten überhaupt wirklich spannend sein können, trotz aller Individualität.

Es gibt aber auch Momente, in denen gar nicht gesprochen wird, in einem anderen Licht, mit starker Musik und guten Choreographien (die Haarschüttelszene, der Menschenhaufen); in denen schaffen die Spieler starke Bilder, die am Ende vielleicht sogar am meisten überzeugen.

Zum Schluss laufen alle Episodenstränge auf der großen Stuttgart 21-Demonstration zusammen; es ist, als würde die Politik plötzlich einbrechen in die jugendliche Welt der Figuren: Sie haben es sich nicht ausgesucht, sie konnten sich einfach nicht entziehen, plötzlich war da die große Demo im Stadtpark und plötzlich haben sie sich dazu entschieden – oder auch nicht. Und genauso plötzlich kommt es zum Bruch in dem bis hierhin doch eher parodistischen Ton des Stücks: bedrohliche Musik, große Worte. Alle zwanzig Jahre müsse es einen Krieg oder eine Revolution geben. »Wir sind überfällig. Daher kommt das Vakuum. Wo nichts endet, kann auch nichts anfangen.« Aber dieses Plötzlich, dieser Bruch, ist letztlich überfordernd. Man fragt sich, wo das Pathos auf einmal herkommt und wo all die Selbstironie geblieben ist. Man steckt gedanklich noch im Kindergarten, in den Geschichten von einer musikalisch unbegabten Erzieherin und einem toten Hamster. Man versteht nicht, wie sie so schnell großwerden konnten, die Figuren. Aber vielleicht ist genau das ihr Punkt: Sie verstehen es ja selbst nicht.

Generation S: Schlechte Schale, guter Kern

Der Anfang gibt sich wie ein Teaser, in dem das Thema schon einmal abstrahiert präsentiert wird. Es werde darum gehen, wie unangemessen es ist, die Generation einer Jugend mit einem einfachen Namen zu erklären. »Generation Porno, Generatino Facebook […] Kann eine gefühlte Generation nicht immer eine Momentaufnahme sein?« etc. Tatsächlich werden Teile dieses Textes direkt aus dem Programmheft zitiert. Aber das sind Dinge, die das Stück selbst im Schauspiel noch zeigen und spürbar machen sollte. Es sollte gar nicht nötig sein, sie in dieser expliziten Form ins Stück zu packen. Das macht den Eindrück, als müsste man sich erklären. Und wenn diese Dinge im Stück so nicht deutlich werden würden, dann wären sie auch als »Prolog« unpassend.

Der Hauptteil der Inszenierung fesselt durch authentische, intensiv geschauspielerte Szenen. Die Figuren sitzen in einem Halbkreis und erzählen besondere Situationen ihrer Kindheit – von der Geburt, über das erste Wort, über den ersten besten Freund, bis hin zum ersten Kuss. Jede Situation wird von einigen anderen Figuren im Rollenspiel nachgestellt. Auf waghalsige technische Einfälle und Requisiten wird verzichtet. Das gibt dem Schauspiel und den einzelnen Schauspielerfiguren viel Raum. Einen Raum, auf den man sich gerne einlässt. Man weiß, dass man es nicht mit professionellen Schauspieler zu tun hat, sondern eine Zusammenstellung der besten Ideen aus gemeinsamen Arbeitswochen vor sich sieht.

In jeder Anekdote wird versucht, keinen plattitüdenhaften, sondern einen individuellen intensiven Moment zu inszenieren. Und dass das meistens gelingt, macht das Stück so stark. Jede Situation wirkt weder wahllos noch weit hergeholt, sondern glaubwürdig und charmant.

Aus heiterem Himmel platzt am Ende eine Politisierung in die Biographien der neun Figuren herein. Sie berichten zunächst davon, durch Neugier in eine Demonstration geraten zu sein, als sie ganz jung waren. Urplötzlich aber, während die chronologisch fortschreitenden Anekdoten noch auf der Höhe von 12-Jährigen sind, werden schwarze Kapuzenpullover hervorgeholt. Alle erscheinen um fünf Jahre gealtert, sprechen von Revolution und großem Aufbruch, und stürmen entschlossen von der Bühne.

Man sucht mit sich überschlagenden Gedanken nach einem Hinweis im Stück, der diesen gewaltigen Sprung vorbereitet – vergebens. Als der Applaus losbricht bleibt man voller Fassungslosigkeit, dass es schon vorbei sein soll. Selbst wenn dieser Überraschungseffekt intendiert wäre, würde er keinen Sinn machen.

Denkt man sich den Anfang und dieses nicht einzuordnende Ende weg, bleibt ein Stück von bestechender Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Humor und Kreativität übrig.

Generation S: Rosinen zum Schluss

Foto: Dave Großmann

Sich als Generation zu definieren, ist ein unmögliches Unterfangen. Ebenso wäre es letztlich eine unadäquate Aufgabe mit einem beliebigen Ergebnis, würde man ein repräsentatives Wort finden wollen, was für den Buchstaben »S« steht. Vielzahl und Komplexität sind authentischer als Etikettierungen. Aus dieser Erkenntnis zieht die Produktion des »Jugendclub Drei« die einzige logische Schlussfolgerung und distanziert sich vom wässrigen Sammelbecken eines Hyperonyms, indem es strikt individuelle Erlebnisse erzählt. Die inhaltlich klar aufgehende Rechnung wird auch formal spannend umgesetzt: Das jeweils erzählende Subjekt macht sich die Mitspieler zu Objekten, die nötig sind, um das Individuum innerhalb der Konstellationen zu positionieren – eine parabolische Situation zum wahren Leben. Dann geschieht der magische Augenblick und Spiel und Sein werden zu keinen relevanten Unterscheidungskriterien.

Die tragisch-humoristischen Elemente werden ausgehalten, auch leise Töne des Alltags dürfen erzählt werden und das Geschehen darf sich konsequent entfalten. Wenn von Spucken die Rede ist, wird gespuckt. Das ist die Rezeptur für Unterhaltung!

Die eigene Chronologie wird inhaltlich und schauspielerisch selbstironisch dargestellt. Wenn ein Mitspieler den Vater einer Mitspielerin spielt, der zur Geburt seines Kindes fährt, dann ist es aus der Situation heraus zum Schreien lustig, wenn dieser die Miene eines Rennfahrers verzieht, während die anderen Mitspieler den Verkehrslärm imitieren.

Was bleibt zu kritisieren? Dass die Thematisierung der Demonstration gegen das Projekt Stuttgart 21 eine vielleicht gekünstelte und politisch gefärbte Lösung ist, die letztlich das schicksalhafte Verknüpfen individueller Biographien intendiert und daher von Beginn an mitschwingt? Dass die zuletzt geforderte Revolution nicht mit Argumenten begründet werden kann, wie »die Zeit ist reif«, da in den letzten Jahrzehnten ein Vakuum der fehlenden sozialen Umschwünge entstanden ist? Die Fragen möchte ich mit einer vollkommen subjektiven Motivation nun nicht beantworten: Dies steht nicht in Relation zu dem großartigen Spaß und dem sympathischen, ehrlichem Erzählhabitus der Produktion.

Zum Schluss eines noch: Die festliche Verleihung der größten vergoldeten Eier geht an diesem Abend an den »Jugendclub Drei«, der sich ziemlich frech – und taktisch smart, da es der letzte Abend ist – entschlossen hat, die vorhergehenden Produktionen mit einem Augenzwinkern zu parodieren.

Generation S: Schön ist die Jugend

Foto: Dave Großmann

Ich mag Generationen nicht wirklich leiden. Weil Generationen und Generationszuschreibungen sind schon länger nicht mehr tragisch bis interessant (Lost Generation, Beat Generation, Generation X, sowas) sondern eher arbiträr bis belanglos (Generation Praktikum/Golf/Porno/@/etc.). Das hängt vielleicht damit zusammen, dass es hier, glaub ich, nur noch wenige Dinge gibt, die eine richtige Generation schaffen könnten, zum Beispiel das gemeinsame Überleben eines Kriegs. Meine, unsere gesamtdeutsche Generation scheint mir, wenn überhaupt, eine des diffusen Wohlstands, die nur wenig abgegrenzt werden kann und ziemlich vage und lose an den Rändern ist.
Ob und inwieweit eine gemeinsam erlebte Stuttgart-21-Demonstation eine neue Generation schaffen kann, ob man von sich selbst überhaupt als Generation sprechen kann, weiß ich nicht. Aber ich glaube, dass das letztlich auch egal ist. Deswegen habe ich beschlossen, zu versuchen, das (auf diesem Festival beliebte) über das Ende des Stücks hereinbrechende (wie die Wasserwerfer über die Demonstranten, damals, im Schlossgarten, was vielleicht der dann auch einleuchtende Grund für diese Standpunktdeklaration an jener Stelle war) Darlegen einiger allgemeiner, umfassender Wahrheiten (wie dass die Liebe tot und die Gesellschaft zersört sei) und Forderungen (nach einer Revolution) zu ignorieren, um mich nicht über diese großen Worte, die so leicht anmaßend und platitüdenhaft wirken können und die der Zartheit und Differenziertheit des Stücks entgegenliefen, ärgern zu müssen.

Denn diese Generationssache und vor allem Stuttgart-21 waren vor allem Anlass, eigene Geschichten zu erzählen und gaben eine Möglichkeit zur Kulmination und eine des Verflechtens dieser einzelner Geschichten.

Geschichten, die anrührend waren und so sehr wahr schienen, dass es manchmal weh tat. Man begann am Anfang mit Geburtsszenen und ersten Worten, um dann in Kindergarten und Grundschule zu gehen, sich zu verlieben, sein Fahrrad zu verlieren und vom großen Bruder gerächt zu werden, Chor-AGs zu besuchen, sich zu verlieben, andere Dinge zu tun, die man nicht hätte tun sollen, mit unerreichbaren Schwärmen seinen 18. Geburtstag zu feiern, um am Schluss mit seinen Klassenkameraden bzw. Generationsgenossen auf dieser Stuttgart-21-Demonstration unverhofft und plötzlich im Schlossgarten unter die Wasserwerfer zu kommen.

Mit Erinnerungen ist es so eine Sache, zuerst sind es diese familien- und beziehungszementierenden Gründungsmythen, Fragmente aus der Kindergartenzeit und Grundschule, später komplexere Szenen, die mehr miteinander in Bezug standen; es sind tragische (die erhoffte Schwester, Melanie, ist umgekommen), traurige (man liebt und wird nicht zurückgeliebt), tragikomische Szenen (die Peinlichkeit im Schulchor, der erste Zungenkuss, die Sache mit der (Hamster-)Gruppe und der singenden Kindergärtnerin) und komische Episoden (der Vater beim Grillen, die kreißende Mutter auf Schatzsuche). Wahrscheinlich ist sind sie so, die einzelnen Leben. So sehr zart.

Erzählt wurde (charmant, selbstironisch, elegant, zart) in für sich selbst stehenden, aber nicht unverbundenen Episoden, in denen einzelne zu den Regisseuren ihrer eigenen Geschichte wurden, sich und ihre Erinnerungen inszenierten, ihren Mitspielern Rollen zuwiesen und die Stichworte gaben. Diese Form der Selbstverwaltung des Erinnerten schien mir eine der wenigen angemessenen Möglichkeiten, mit betont authentischen Inhalten auf der Bühne umzugehen.

Und dann: immer wieder abstrahierte Bewegunsszenen, die sich organisch aus dem vorher Gezeigten ergaben, zum Beispiel die Kollektiverung des »Haartricks«, der dann in einen Krampfanfall übergeht und mit Werbe-Klischee-Bildern auf einigen der, sonst die Bühne zeigenden, Bildschirmen unterlegt waren. Und das hat so sehr gut geklappt, weil die Spieler sich so sehr gut bewegen, sprechen, abspasten und seltsame Geräusche machen konnten. Weil die minimal ausgestattete Bühnenwelt aus Tischen und Lautsprecherquadern so sehr chic und klug bespielt wurde, wenn zum Beispiel aus einem Tisch ein Treppenhaus wurde und aus Lautsprechern Wälder.

Im Hintergrund dreht sich der Mercedes-Stern.

Stimmen zum Stück: Generation S

Foto: Dave Großmann

ich fand’s eigentlich ganz nett, eigentlich lustig +++ das Ende hat mir nicht so gut gefallen, da fand ich den Bogen zu sehr zu den großen Weltgeschehen geschlagen +++ ich fand es irgendwie extrem fesselnd, auch wenn ich das am Anfang nicht so etwas Krasses erwartet habe +++ ich fand die Aufführung sehr schön +++ ja, ich muss aber eingestehen, dass es manchmal stockte +++ ich begreife nicht, warum man mir etwas erzählt, was man mir zwei Sekunden später schauspielerisch darstellt +++ die Geschichten waren super +++ oh, ich weiß gar nicht, vielleicht hat mir der Spannungsbogen gefehlt +++ so lala +++ wie ein Fotoalbum angucken +++ leider von der Energie immer weniger zum Schluss hin +++ es war großartig, ich hab endlich richtig lachen können und nicht nur einmal +++ wirklich ehrlich, authentisch, pur und reduziert +++ sehr, sehr schön +++ ich habe mir etwas mehr Originalität gewünscht +++ es war wunderschön, ich bin von der argentinischen Presse und werde darüber schreiben, wie wunderbar es war +++ ich glaube, ich muss noch länger überlegen, um mir eine eigene Meinung zu bilden +++ hat noch die Kurve gekriegt +++ sie alle haben ihre Rollen sehr gut gespielt +++ die Vergangenheit mit dem heutigen zusammenzubinden hat gut funktioniert +++ ich fand es langweilig +++ das Thema Stuttgart 21 war eingefädelt, um es am Ende scheinbar völlig ersichtlich darauf hinaus laufen lassen +++ ich kann so schnell nie etwas dazu sagen +++ Daumen hoch +++ oh mein Gott, ich bin enttäuscht, weil ich die Motivation nicht gesehen habe, dass sie mir die Geschichten erzählen +++ super +++ rückwärts betrachtet, fand ich es spannend eine politische Position zu haben, die mir am Anfang des Stücks gefehlt hat +++ es war sehr leicht im Vergleich zu den anderen Stücken +++ ich habe mich sehr viel gelangweilt +++ ich habe mich gefragt, ob das Improvisationstheater war, weil dann hätte ich das richtig krass gefunden +++ Aspekte unserer Generation waren verständlich dargestellt, und auch wenn ich nicht überwältigt bin, mochte ich den Bruch in der Mitte des Stückes sehr +++ ich hab mich gefragt, ob die uns provozieren wollen, dass die uns nachmachen, weil es auch nicht gepasst hat, vor allem da das Publikum aus 80 % an Leuten bestanden hat, die sich auch Mühe gegebenen haben. Ob es die Entscheidung des Spielleiters war? +++ mir hat es total gut gefallen, ich habe einen ganz anstrengenden Tag hinter mir und habe mich nun sehr unterhalten gefühlt +++ die Authentizität der erzählten Biographien, die sich dann bündeln; ich habe mir direkt vorgestellt, wie die Vermummten der Demonstration dann plötzlich ein Gesicht bekommen +++ das hat mir gut gefallen außer meiner politischen Motivation heraus +++ das Stück fand ich ziemlich geil, schauspielerisch und von den Effekten her der Hammer +++ich hatte selber so ein Gefühl, so wrrrp wrrrp wrrrp +++ habe die ganze Zeit auf einen Punkt gewartet, auf den alles hinausläuft, und der ist dann auch wirklich gekommen, aber trotzdem dann sehr überraschend +++ ich fand den Anfang irgendwie langsam, während mir der Schluss unglaublich gut gefallen hat, weil da plötzlich Dinge komprimiert wurden +++ den Bogen vom Privaten zum Politischen habe ich nicht so bekommen +++ ich glaube, es ging eigentlich darum, dass gesagt werden sollte, dass eine revolutionäre Generation entsteht, Leute, die bürgerschaftliches Engagement haben, aber eigentlich wird in dem Stück nicht gesagt, wie sie wirklich reingeraten sind, weil es ja im Unterricht nur einmal erwähnt wurde, komm wir gehen mal zur Demonstration +++ ehrlich +++ ich fand es überhaupt nicht solide +++ wirkungsbewusst gespielt +++ man hat sehr schnell durchschaut auf welche Prinzipien es hinausläuft, und die waren sehr schnell ausgelutscht +++ es war wie beim Zeigen von Urlaubsdias +++ und immer dieses, ja, du bist jetzt Mama und du bist jetzt Papa +++ wirkte wie ein Selbsthilfekurs auf Thematiken, die nichts zu tun haben mit der Bewältigung einer ganzen Generation +++ ich fand den Mittelteil ein bisschen sehr lang +++ mutig, dass sie sich bemüht haben, ein Generationsbild zu schaffen, das sich nicht über Medien oder Sex definiert, sondern einen Ansatz gesucht haben +++ an den passenden Stellen humorvoll und an den passenden Stellen ernst +++ den Humor fand ich insgesamt nicht so platt wie bei den anderen Stücken +++ musste sehr viel an meine eigene Kindheit denken +++ ich frage mich, ob sie das, was sie gespielt haben, auch so denken, insbesondere, was sie am Anfang erzählt haben, und auch das mit der Demo +++ ich frage mich, wie viel improvisiert war +++ erst locker und faserig, und dann gebündelt und irgendwie: hä? +++ an manchen Stellen sehr lustig, aber auch informativ +++ ich hab etwas mehr erwartet am letzten Tag hier +++ mir hat Spannung und Action gefehlt +++ ich fand es enttäuschend +++ lustige Stellen +++ einseitig +++ nicht so viel verstanden, weil ich in einer lauten Ecke saß +++ super politisch +++ sehr interessante Form des Vortragens +++ Polit-Ebene kam sehr verkrampft rüber +++ fand ich jetzt nicht so witzig +++ abgehoben +++ politisches Gelaber +++ erst sagen alle, dass sie auf die Demo gegangen sind, weil ihnen nichts anderes eingefallen ist und alle da hin gegangen sind, und am Ende labern die irgendwas von Revolution +++ die Gruppe hat sehr harmoniert +++ dramaturgisch ziemlich genial